Zeidler beendete die Saison damit ungeschlagen. Anfang August war der 30-Jährige im italienischen Varese in Rekordzeit zu seinem vierten EM-Titel gestürmt, in Amsterdam dominierte er sämtliche Läufe auf dem Weg ins Finale am Sonntag nach Belieben. Schon nach 500 Metern lag er deutlich vor der Konkurrenz. Die angepeilte Weltbestzeit des Neuseeländers Robert Manson (6:30,74) verpasster er.
"Ich hatte einen sehr guten Rhythmus - und konnte am Ende noch einen Sprint ziehen", sagte Zeidler im Siegerinterview, ehe er seiner Freundin Sofia in die Arme fiel: "Meine ganze Familie ist hier und kann mit mir feiern." Im vergangenen Jahr hatte sich Zeidler auf sein Studium in Lausanne konzentriert und trotz stark reduzierten Trainings bei der WM in Shanghai den zweiten Platz hinter Stefanos Ntouskos belegt. Der Grieche war diesmal im A-Finale nicht dabei, belegte insgesamt nur den zehnten Platz.
Der nächste Rekord ist bereits im Blick
Fünf WM-Titel haben bislang nur Peter Michael Kolbe sowie der Neuseeländer Mahe Drysdale und der Tscheche Ondrej Synek gewonnen. "Mit denen gleichzuziehen, wäre natürlich toll", hatte Zeidler im Vorfeld betont. Im nächsten Jahr kann es bei der WM in der Schweiz auf seiner Lieblingsstrecke soweit sein, großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, bei denen Zeidler sein zweites Gold holen will.
Alexandra Föster holte im B-Finale überlegen den Sieg. Die 24-Jährige, EM-Silbermedaillengewinnerin von 2024, belegte damit den siebten Gesamtrang.
Titelsammlung vervollständigt: Schopf/Lemke holen WM-Gold
Jacob Schopf und Max Lemke haben im Kajak-Zweier ebenfalls Gold geholt und damit ihre Titelsammlung vervollständigt. Die Olympiasieger von 2024 und zweimaligen Europameister wurden ihrer Favoritenrolle im polnischen Posen gerecht und siegten über die 500 m in 1:27,57 Minuten deutlich vor Portugal und Tschechien. Für beide war es nach Gold im K4 der zweite Triumph bei diesen Titelkämpfen.
"Das Rennen ist perfekt gelaufen", sagte Lemke im Siegerinterview. Vom Start an hätte es sich angefühlt, "als würden wir fliegen. Ich habe einen starken Motor im Rücken. Es ist ein Traum", schwärmte Schopf - und richtete einen Gruß in die Heimat: "Oma und Opa, wenn ihr das seht, ich hab euch den Link geschickt. Viele Grüße. Ich bin froh, dass ihr es sehen könnt."
