Und es klingt ja auch tatsächlich wie ein Hollywood-Märchen. Ein Nobody mit großem Herzen schlägt sich lange irgendwie durch, kann durch glückliche Umstände aber plötzlich gegen den Weltmeister antreten - und liefert den Kampf seines Lebens. Doch für Kadiru soll es am Ende anders laufen als im ersten Film der Rocky-Saga. Denn: Der 29-Jährige will den Ring als strahlender Sieger verlassen.
Zum Match-Center: Kadiru vs. Gassiev
"Ich bin sehr, sehr guter Dinge", sagt Kadiru vor dem Duell mit dem Russen Murat Gassiev in Moskau (ab 20.30 Uhr/DAZN): "Mein Gegner ist nicht schlecht, aber ich weiß, ich bin besser als er, und ich weiß, ich werde als Schwergewichts-Weltmeister wiederkommen."
Taktische Stärke gegen den russischen Champion
Dass der "Hamburger Jung", der 23 seiner 24 Profikämpfe gewann, dazu die Möglichkeit hat, liegt unter anderem daran, dass der Ukrainer Alexander Usyk zuletzt seine Gürtel niedergelegt hatte. Dadurch stieg der deutsche Profi Agit Kabayel zum Weltmeister nach Version der WBC auf, die WBA machte Gassijew zum Titelträger. Der 32-Jährige sollte am Samstag eigentlich gegen den Franzosen Tony Yoka antreten, doch der Rio-Olympiasieger musste verletzt passen. Und so bekommt Kadiru die Chance seines Lebens: Kann der Jugend-Olympiasieger von 2014 sie mit Mut, Willen und Leidenschaft nutzen?
Mit elf Jahren begann Kadiru zu boxen. Während einige seine Freunde auf der Straße rumhingen und ein paar im Gefängnis landeten, fing der Linksausleger an, von der großen Boxkarriere zu träumen. Die Nummer eins sein, Weltmeister werden - das war schon früh sein Ziel. Kadiru besitzt eine saubere Technik, ist beweglich und schwer zu treffen, er arbeitet geduldig auf Fehler seiner Gegner hin - doch ihm fehlt der letzte Punch. Durch K.o. gewann er bisher nur einen seiner Profikämpfe.
Doch alles was war, zählt am Samstag gegen Gassijew nicht. Für Kadiru ist der Kampf die Chance seines Lebens. "Moskau sollte sich auf eine große Vorstellung einstellen", sagt er.
