Kaepernick hatte 2016 weltweite Aufmerksamkeit erlangt, als er aus Protest bei einem Vorbereitungsspiel gegen die San Diego Chargers während der Nationalhymne auf ein Knie ging. Ein Jahr danach wurde der heute 38-Jährige von den 49ers entlassen und hat seitdem nicht mehr in der NFL gespielt. Seine Karriere offiziell beendet hat er bisher nicht.
Auch wenn sich damals einige NFL-Spieler der Protestaktion anschlossen, blieb Kaepernick die Zielscheibe für Kritik. Der Quarterback ist überzeugt, dass ihn die Liga weiterhin bewusst ausschließt: Es sei auffällig, dass ihn seitdem trotz seines Super-Bowl-Triumphs 2013 und mehreren Rekorden "nicht ein einziges Team für ein Probetraining" eingeladen habe.
Kaepernick kritisiert "Symbolpolitik"
Erst nach den massiven Protesten im Jahr 2020 wegen der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten veröffentlichte NFL-Commissioner Roger Goodell eine Erklärung, in der er bedauerte, die Proteste seiner Spieler nicht ernst genommen zu haben. Kaepernick ist der Meinung, diese Reaktion sei "nur aufgrund des Drucks" erfolgt: "Wir haben seit Jahren versucht, das Problem anzugehen. Wenn man sich dann hinstellt und sagt, man hätte auf uns hören sollen – während ich immer noch aktiv versuche, in der NFL zu spielen –, ist das nur Symbolpolitik."
Als Reaktion auf das NBC-Interview Kaepernicks erklärte die NFL, die aufgeworfenen Themen "bleiben für die Liga wichtig und verdienen weiterhin Aufmerksamkeit und Maßnahmen".
