Wenn kommende Woche die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko beginnt, wird auch die österreichische Bundesliga auf der größten Fußballbühne vertreten sein. Insgesamt acht Spieler aus der heimischen Liga stehen in den WM-Kadern ihrer Nationalteams.
Drei davon laufen für Österreich auf. Torhüter Alexander Schlager sowie die beiden Offensivspieler Alessandro Schöpf und Sasa Kalajdzic gehören zum Aufgebot von Teamchef Ralf Rangnick. Während Schlager weiterhin für Red Bull Salzburg spielt, kehrt Schöpf nach seinem Engagement im Ausland zum LASK zurück. Kalajdzic wiederum beendet mit der WM sein Leihkapitel in Linz.
Neben dem ÖFB-Team werden auch fünf weitere Nationalmannschaften auf Bundesliga-Spieler setzen. Andres Andrade vom LASK vertritt Panama, Austria-Verteidiger Lee Tae Seok läuft für Südkorea auf, GAK-Spieler Jacob Italiano steht im australischen Kader. Hinzu kommen Kerim Alajbegovic für Bosnien-Herzegowina und Yussef Nasrawe, der mit dem Irak sein WM-Debüt feiern wird.
Alajbegovic und Andrade im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit dürfte Kerim Alajbegovic auf sich ziehen. Das 18-jährige Offensivtalent wechselt im Sommer von Salzburg zu Bayer Leverkusen und spielte bereits in den entscheidenden WM-Playoffs für Bosnien-Herzegowina eine wichtige Rolle. Dort bewies er im Elfmeterschießen gegen Wales und Italien Nervenstärke und empfahl sich endgültig für die Endrunde.

Auch Andres Andrade reist mit viel Selbstvertrauen zur Weltmeisterschaft. Der Innenverteidiger war in der abgelaufenen Saison einer der Schlüsselspieler beim Doublegewinn des LASK und zählt auch bei Panama zu den Leistungsträgern. Mit bereits 48 Länderspielen bringt der 27-Jährige reichlich internationale Erfahrung mit.
Salzburg bleibt die große WM-Schmiede
Noch eindrucksvoller als die aktuelle Bundesliga-Präsenz ist die Liste jener Spieler, die früher in Österreich aktiv waren und nun bei der WM auflaufen. Allein Red Bull Salzburg stellt mit ehemaligen Spielern wie Erling Haaland, Sadio Mane, Dayot Upamecano, Noah Okafor, Amar Dedic oder Brendan Aaronson zahlreiche bekannte Namen.
Auch Kroatiens Kader weist mit Duje Caleta-Car, Marin Pongracic und Luka Sucic mehrere Spieler mit Salzburg-Vergangenheit auf. Hinzu kommen ehemalige Bundesliga-Akteure wie Mert Müldür, Keito Nakamura, Haris Tabakovic oder Osman Hadzikic.
Dass die österreichische Liga längst als Sprungbrett auf die internationale Bühne gilt, zeigt sich auch auf der Trainerbank. Mit Jesse Marsch ist ein ehemaliger Salzburg-Erfolgstrainer bei der WM vertreten. Der US-Amerikaner betreut seit 2024 die kanadische Nationalmannschaft und will mit dem Gastgeberland für eine Überraschung sorgen.
So wird die heimische Bundesliga auch bei der WM 2026 wieder deutlich sichtbarer sein, als es die bloße Anzahl österreichischer Nationalspieler vermuten lässt. Zahlreiche aktuelle und ehemalige Liga-Akteure werden in Nordamerika ihre Spuren hinterlassen.
