Aicher und Weidle-Winkelmann scheitern im Super-G – Brignone schreibt Märchen

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Brignone hat sich nach langer Verletzungspause die Goldmedaille im Super-G geschnappt
Brignone hat sich nach langer Verletzungspause die Goldmedaille im Super-G geschnapptEric Bolte-Imagn Images

Beim emotionalen Sieg von Federica Brignone scheitern die deutschen Hoffnungsträgerinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann früh. Zu Silber fuhr überraschend Romane Miradoli aus Frankreich (+0,41 Sekunden). Bronze ging an Cornelia Hütter aus Österreich (+0,53), die eine Hundertstelsekunde vor Teamkollegin und Team-Kombi-Olympiasiegerin Ariane Rädler lag.

wusste, was sie nach ihrer enttäuschenden Nullnummer zu tun hatte. Als ihr großer Traum vom ersten Olympiasieg einer deutschen Skirennläuferin im Super-G geplatzt war, stapfte sie zu Federica Brignone und verneigte sich vor Italiens Comeback-Queen. Eine liebevolle Umarmung später war auch Aichers Frust über das "Favoritensterben" in einem kuriosen Rennen vergessen.

Emma Aicher wusste, was sie nach ihrer enttäuschenden Nullnummer zu tun hatte. Als ihr großer Traum vom ersten Olympiasieg einer deutschen Skirennläuferin im Super-G geplatzt war, stapfte sie zu Federica Brignone und verneigte sich vor Italiens Comeback-Queen. Eine liebevolle Umarmung später war auch Aichers Frust über das "Favoritensterben" in einem kuriosen Rennen vergessen.

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Brignone veredelt Comeback nach schwerer Verletzung

"Das ist richtig stark, was sie gemacht hat. Hut ab, das schaffen die Wenigsten", sagte Aicher dem SID zu Brignone. Und ihr eigenes, verpatztes Rennen? Der Ski-Shootingstar hielt kurz inne: "Es ist schon bitter, aber ich habe alles gegeben, mehr kann ich nicht tun." So einfach war das – und so ärgerlich.

Ihre Hoffnung, den Silbermedaillen in Abfahrt und Team-Kombination in Cortina d'Ampezzo eine weitere Plakette hinzuzufügen, war nach nicht einmal einer Fahrminute geplatzt. Für ihre Silber-Kollegin Kira Weidle-Winkelmann war noch früher Endstation. Brignone nutzte das Aus der Deutschen und weiterer Favoritinnen zu einer goldenen Story im Stile Hollywoods.

315 Tage vor ihrem Coup hatte die zweimalige Gesamtweltcup-Siegerin bei den italienischen Meisterschaften einen Totalschaden im linken Knie erlitten. Waden- und Schienbeinkopf waren mehrfach gebrochen, das vordere Kreuzband gerissen. Sie habe jeden Tag Schmerzen, berichtete die 35 Jahre alte Riesenslalom-Weltmeisterin bei ihrem Comeback Mitte Januar – und jetzt das!

"Ich sah mich als Außenseiterin", sagte Brignone unter Tränen, "und dachte mir: Alles oder nichts, ich habe mit dem Start eh schon alles erreicht. Aber Olympiasiegerin? Damit hätte ich nie gerechnet, es ist etwas ganz Besonderes." Und eine goldene Ergänzung zu ihren bisherigen Olympiamedaillen im Riesenslalom (Silber 2022 und Bronze 2018) sowie der Alpinen Kombination (Bronze 2022).

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"Es war kein ganz einfacher Lauf"

Brignone war mit Startnummer sechs direkt vor Aicher ins Rennen gegangen. "Es war kein ganz einfacher Lauf, aber mit meiner Nummer sollte man schon wissen, wo es langgeht", sagte Aicher selbstkritisch. Sie habe sich "ein bisschen schwer getan mit dem Schnee", der unter den wärmeren Temperaturen litt, "das Weiche und Nasse gibt einem wenig zurück".

Über Funk war sie gewarnt worden. "Die Tore kommen sehr schnell, sei bereit!" Doch schon bei der zweiten Zwischenzeit lag sie fast eine halbe Sekunde zurück. Als Aicher dann ausgehoben wurde und aus dem Kurs fuhr, gab es im Ziel aufmunternden Applaus.

Auch Weidle-Winkelmann klagte über die Schneeverhältnisse. "Sobald man von der Linie abkommt, ist es weich", sagte sie. Das passierte ihr, "ein taktischer Fehler, aber bei Olympia musst du riskieren".