Spektakel, Sport, Politik: Holt Bradys Erbe den Super Bowl?

Brady wird den Super Bowl von der Tribüne aus mitverfolgen
Brady wird den Super Bowl von der Tribüne aus mitverfolgenJane Gershovich / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP / Profimedia

Erstmals seit der Ära Tom Brady stehen die New England Patriots im Super Bowl. In Santa Clara geht es um mehr als nur Sport.

Der GOAT hat frei. Tom Brady kann seine sieben Championship-Ringe beim gigantischen Super-Bowl-Spektakel aus Sport, Popkultur und Politik diesmal ganz entspannt in der VIP-Loge blinken lassen.

Der beste Quarterback der Football-Geschichte pausiert als FOX-Kommentator – denn sein Sender besitzt für das NFL-Finale "seiner" New England Patriots gegen die Seattle Seahawks keine Übertragungsrechte.

Tritt Maye in Bradys Fußstapfen?

Auch Super Bowl LX (60) in der Nacht zum Montag (0:30 Uhr/RTL und DAZN) ist ohne Tom Brady undenkbar. Er wird selbstverständlich im Levi's Stadium in Santa Clara Hof halten, wenn sein hochtalentierter Nachfolger Drake Maye erstmals nach der Vince Lombardi Trophy greift.

Als Fan Nummer eins? Nein! Er habe "no dogs in this fight", versichert der "Greatest Of All Time" – also keine Aktien im Spiel: "Möge das bessere Team gewinnen." Er muss das sagen, schließlich ist er nicht nur TV-Experte, sondern inzwischen auch Mitbesitzer des Rivalen Las Vegas Raiders.

Alte Bekannte

Die Patriots-Fans sehen es mit einem Augenzwinkern: Brady, sagen sie, werde gewiss heimlich die Siegerfaust in der Anzughose ballen, wenn sie erstmals seit 2019 den Super Bowl gewinnen.

Schließlich hat Headcoach Mike Vrabel dreimal an Bradys Seite triumphiert, als Linebacker. Offensive Coordinator Josh McDaniels ist ein enger Freund. Und nicht zuletzt steht seit dem Sommer eine sechs Tonnen schwere, fünf Meter hohe Brady-Bronzestatue vor dem Patriots-Stadion in Foxboro.

Match-Center: New England Patriots vs. Seattle Seahawks

Seattle bleibt fokussiert

Die Seahawks juckt das wenig, sie haben im Stadion der San Francisco 49ers ein sportliches Trauma aufzuarbeiten. Sie verloren 2015 ihren letzten Super Bowl – gegen Brady und die Patriots.

Aber vor allem gegen sich selbst: Sie standen kurz vor Schluss an der gegnerischen Ein-Yard-Linie, hätten zum Sieg wohl nur ihrem Laufmonster Marshawn Lynch den Ball in die starken Arme legen müssen. Die Fehlentscheidung für einen Pass, der spektakulär abgefangen wurde, gilt als einer der schlechtesten Play-Calls der Liga-Geschichte.

Elf Jahre später soll Sam Darnold die Seahawks ins Glück führen. Der 28-Jährige galt in der NFL nach mehreren erfolglosen Stationen bereits als gescheitert, kennt den Super Bowl aber schon als Ersatz-Quarterback der 49ers 2024.

Drake Maye hingegen, stark aufstrebend, fünf Jahre jünger, spielt erst seine zweite NFL-Saison und könnte zum MVP ernannt werden. Ein neuer Brady? Vielleicht nicht. Aber doch ein ernsthafter Anwärter.

Patriots-Quarterback Drake Maye
Patriots-Quarterback Drake MayeCary Edmondson-Imagn Images