Noah Atubolu arbeitet derzeit ziemlich einsam an der Erfüllung seines großen Traums. Während seine Teamkollegen vor malerischer Alpenkulisse im Trainingslager gemeinsam für die kommende Saison schuften, ist der langjährige Stammtorhüter allein zu Hause.
Der 24-Jährige trainiert 260 Autokilometer nordwestlich von Schruns individuell auf dem heimischen Übungsgelände des SC Freiburg – und gehört wie schon in weiten Teilen der Vorbereitung nicht zur Mannschaft.

Denn ein Jahr vor Vertragsende hatte Atubolu beim Europa-League-Finalisten seinen Wechselwunsch hinterlegt, er würde sich gerne über einen Spitzenklub der Premier League für die deutsche Nationalmannschaft empfehlen.
Warten auf den ersten "Dominostein"
Die Breisgauer verpflichteten daraufhin frühzeitig den Bremer Mio Backhaus für die Vereinsrekordablöse von 12 Millionen Euro als Ersatz – und komplettierten damit ihr Torhütertrio um die Ersatzkeeper Florian Müller und Jannik Huth.
Problem nur: Atubolu ist auch Ende Juli noch Spieler beim SC Freiburg. Einen neuen Verein hat er trotz famoser Vorsaison samt zwei DFB-Nominierungen nicht gefunden.
"Vielleicht haben wir alle ein bisschen unterschätzt, wie spät Tempo in diesen besonderen Torwartmarkt kommt", sagte SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach dem "kicker": "Gerade in einem WM-Jahr wollen sich viele Klubs auf der neuralgischen Torhüter-Position nicht so früh festlegen. Die Dominosteine sind noch nicht so gefallen."

Premier League bleibt das große Ziel
Deshalb müssen sich sowohl der fernab seiner Mannschaft trainierende Atubolu als auch der auf eine Ablöse von rund 20 Millionen Euro hoffende Sport-Club in Geduld üben.
Laut Medienberichten soll der gebürtige Freiburger den Aufsteigern Hull City und Coventry City abgesagt haben und auf die für ihn bestmögliche Lösung warten. Lose Gerüchte gab es zuletzt um Europa-League-Sieger Aston Villa oder den FC Bournemouth.
Auch Juventus Turin soll interessiert sein. Doch Atubolu bevorzugt wohl die Premier League. Schließlich sei er "von klein auf großer Fan" der englischen Elite-Liga, wie er einst der "Sport Bild" verriet.
Eine Lösung scheint nun langsam in Sicht. "Gerade ist so ein bisschen der Übergang, dass Noah nach Vorgesprächen der Berater auch selbst persönliche Gespräche mit Vereinen führt", erklärte Hartenbach. Deshalb sei der Keeper für "eine größere Flexibilität" in Freiburg geblieben und nicht mit ins Trainingslager gereist.
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