Eine harte Zeit lag hinter der 27-Jährigen: An Silvester war Ström beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen disqualifiziert worden - und das wegen durchaus verdächtiger Umstände. In einem ihrer Socken war eine zusätzliche Sohle gefunden worden, was Norwegens Verband mit einer medizinischen Notwendigkeit begründete. Ström leide unter einer Hüftschiefstellung, das betreffende Attest schoben die Norweger eilig hinterher.
Die Disqualifikation blieb, der Verdacht, dass da mehr als ein Versehen hinterstecke, auch. Schließlich lag da der krachende Anzugskandal rund um Norwegens Männern nur ein Dreivierteljahr zurück. Und nun schon wieder die "Schummel-Skandinavier"?
"Es war ein Riesenspaß heute"
Ström jedenfalls beteuerte ihre Unbedarftheit, der Vorfall blieb folgenlos. Und nun springt sie in Predazzo in der Form ihres Lebens, schlug gar die meistens unschlagbare Nika Prevc. "Ich habe sehr hart gearbeitet. Und dass meine Eltern das hier miterleben dürfen, ist unglaublich", sagte Ström.
Mit breitestem Grinsen verfolgte Jan Erik Aalbu die Siegerehrung. Ihm bedeute dies sehr viel, sagte Norwegens Skisprungchef, der die Anzugaffäre nur sehr knapp im Amt überstanden hatte. "Es war ein Riesenspaß heute, aber sehr nervenaufreibend", sagte er im norwegischen Fernsehen.
Erfolge aber machen nicht weniger verdächtig. Das weiß auch Aalbu, das war ihm an diesem Abend aber herzlich egal. Zumal Ström problemlos die Materialkontrolle überstand.
