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Austria-Krise spitzt sich zu: „Es ist verständlich, dass die Fans die Schnauze voll haben“

Austria-Kapitän Manfred Fischer
Austria-Kapitän Manfred FischerBeautiful Sports International, BEAUTIFUL SPORTS Pressphoto Agency / Alamy / Profimedia

Die Krise bei Austria Wien verschärft sich. Nach der 1:2-Niederlage beim SCR Altach herrschen bei den Veilchen Frust und Enttäuschung. Kapitän Manfred Fischer zeigt Verständnis für die Reaktion der mitgereisten Fans, Trainer Stephan Helm nimmt die Kritik an. Altach schöpft hingegen neue Hoffnung.

„Es ist verständlich, dass die Fans die Schnauze voll haben. Es macht derzeit wenig Spaß.“ Austria-Kapitän Manfred Fischer fand nach der 1:2-Niederlage beim SCR Altach deutliche Worte. Die Wiener hatten am Freitagabend im Kellerduell der zehnten Bundesliga-Runde eine 1:0-Pausenführung verspielt und stecken weiterhin tief in der Krise.

Zum Match-Center: SCR Altach vs. FK Austria Wien

Während Altach durch den Heimsieg auf Rang neun kletterte, droht der Austria am Samstag sogar der Absturz ans Tabellenende. Sollte der WAC in Hartberg gewinnen, würden die Wiener die Rote Laterne übernehmen.

Fischer: „Es tut mir für den ganzen Verein weh“

Besonders bitter verlief der Abend für die mitgereisten Austria-Anhänger. Nach dem Schlusspfiff wandten sie sich von ihrer Mannschaft ab und zeigten den Spielern demonstrativ den Rücken.

Kapitän Fischer konnte den Unmut nachvollziehen. „Wir tun uns schwer, Spiele zu gewinnen. Die erste Halbzeit war recht ordentlich, wir gehen in Führung. Dann kassieren wir ein Freistoßtor und geben das Spiel komplett aus der Hand“, analysierte der 31-Jährige. Die Enttäuschung war dem Mittelfeldspieler deutlich anzumerken. „Ich bin so enttäuscht. Es tut mir für den ganzen Verein weh“, erklärte Fischer.

Tatsächlich hatte die Austria nach einer ereignisarmen Anfangsphase zunächst die besseren Karten. Eggestein verwertete in der 40. Minute den ersten Torschuss der Gäste zur Führung. Auch nach der Pause bot sich dem Stürmer eine Gelegenheit, den Vorsprung auszubauen.

Stattdessen fand Altach zunehmend besser ins Spiel. Greil traf mit einem präzisen Freistoß ins kurze Kreuzeck zum Ausgleich, zehn Minuten später sorgte Massombo für die Entscheidung.

FAK-Trainer Helm übt Selbstkritik

Auch Austria-Trainer Stephan Helm zeigte sich nach dem neuerlichen Rückschlag schwer enttäuscht. Vor allem die fehlende Fähigkeit, eine Führung über die Zeit zu bringen, bereitet dem unter Druck stehenden Coach Sorgen.

„Wir müssen den Vorsprung endlich einmal fertig verteidigen. Aber wir haben wieder dieses kleine Fenster aufgemacht und Altach hat mit einem sehr schönen Freistoß zugeschlagen“, erklärte Helm. Aus seiner Sicht wäre für die Wiener durchaus mehr möglich gewesen. „Ich denke, wir hätten das Spiel gewinnen können, aber wir bekommen zu einfach Gegentore.“

Die zunehmende Kritik an seiner Mannschaft und seiner eigenen Person wollte der Austria-Trainer nicht relativieren. „Ich bin extrem enttäuscht. Wir besprechen die Dinge intern sehr kritisch. Die Kritik ist total berechtigt. Meine Aufgabe ist es trotzdem, die Mannschaft zu führen.“

Für die Veilchen kommt die Niederlage zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Bereits in einer Woche wartet das Wiener Derby gegen Tabellenführer Rapid. Seit Februar 2022 konnte die Austria zudem kein Auswärtsspiel in Altach mehr gewinnen.

Zaric sieht wichtigen Schritt aus der Krise

Während bei den Wienern Ernüchterung herrschte, überwog beim SCR Altach die Erleichterung. Nach zuletzt nur einem Sieg aus sieben Spielen gelang den Vorarlbergern ein wichtiger Erfolg im Kampf um den Anschluss an das Tabellenmittelfeld.

„Ein ganz wichtiger Sieg für uns. Mit unseren Fans im Rücken ist es sehr schön zu feiern“, freute sich Altach-Trainer Ognjen Zaric. Der Coach hob vor allem die Bedeutung der drei Punkte für die Tabellensituation hervor. „Es geht in unserer Situation um jeden Punkt. Für uns ist es ein bisschen ein Turnaround, weil wir in der Tabelle nach oben geklettert sind.“

Für Altach könnte der Erfolg neues Selbstvertrauen bringen. Bei der Austria hingegen wächst eine Woche vor dem Derby der Druck auf Trainer und Mannschaft weiter.

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