Biathlon: Geknickte Preuß sucht Antworten nach erneutem Drama am Schießstand

Franziska Preuß versagten beim letzten Schießen die Nerven.
Franziska Preuß versagten beim letzten Schießen die Nerven.REUTERS/Matthew Childs

Franziska Preuß suchte nach ihrem erneuten Drama am Schießstand nach Antworten. "Ich merke schon, dass die Spannung im Körper steigt, und dann wird es unruhig. Dann schaffe ich es nicht mehr, dass ich den Schalter umlege, und es geht einfach so dahin", sagte die bitterlich enttäuschte Biathlon-Gesamtweltcupsiegerin: "Mehr kann ich nicht dazu sagen. Keine Ahnung, woher das kommt. Es ist leider so."

In der Verfolgung von Antholz hatte Deutschlands Sportlerin des Jahres erneut nach ihrer so ersehnten ersten olympischen Einzelmedaille gegriffen - doch wie zuvor in der Mixed-Staffel, dem Einzel und dem Sprint versagten ihr die Nerven beim letzten Schießen. Zwei Scheiben blieben stehen, das Edelmetall war weg. Am Ende belegte Preuß Rang sechs, etwas mehr als eine halbe Minute fehlte für das Podest.

"Es ist schon hart und ernüchternd. Es ist schon hart, dass 30 Sekunden ein echt gutes Rennen zerstören. Aber so ist Biathlon", sagte Preuß, die im Zielbereich weinte und lange getröstet werden musste: "Gerade bin ich schon sehr enttäuscht, weil es wäre einfach möglich gewesen."

Preuß will "morgen wieder zuversichtlich" sein

Preuß habe es "richtig gut gemacht bis zu diesem letzten Schießen, hat die Tür weit aufgestoßen und es dann nicht geschafft durchzugehen", sagte Sportdirektor Felix Bitterling: "Sie ist sehr, sehr traurig, das darf sie auch sein für ein paar Stunden. Dann gilt es, sich wieder zu justieren."

Preuß habe es "viele Jahre geschafft, in solchen Situationen zu bestehen. Derzeit struggelt sie da etwas. Was wir im Training sehen, ist, dass sie den Bock jederzeit umstoßen kann", so Bitterling: "Von daher sind wir positiv mit Blick auf die zweite Woche, dass wir da in solchen Momenten eine andere Franzi sehen."

Die geknickte Gesamtweltcupsiegerin wollte aber noch gar nicht an die Staffel der Frauen am Mittwoch sowie den abschließenden Massenstart am Samstag, der ihre letzte Chance auf eine Einzelmedaille ist, denken. Sie sei "einfach down. Ich glaube, man darf auch einfach mal enttäuscht sein", sagte Preuß: "Morgen schaue ich, dass ich wieder zuversichtlich bin."