Einzel-Start in Wimbledon? Williams mauert bei "Frage der Stunde"

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Williams liebäugelt mit einer Rückkehr ins Einzel
Williams liebäugelt mit einer Rückkehr ins Einzel REUTERS/Fabrizio Bensch

Nachdem bekannt wurde, dass Serena Williams mit ihrer Schwester Venus in Wimbledon im Doppel antritt, werden auch die Rufe nach einem Einzel-Start lauter. Williams selbst hält sich bedeckt.

Serena Williams wollte nicht so recht mit der Sprache herausrücken. Auf die Frage nach der letzten verbliebenen Wildcard für das Einzel in Wimbledon gab sie sich völlig ahnungslos. "Oh mein Gott, es gibt noch eine?", sagte sie lachend und spielte den Ball anschließend an den Journalisten zurück, der nachgehakt hatte: "Würdest du wollen, dass ich sie nehme?" Als dieser bejahte, nickte sie und entgegnete: "Ja, das ist wirklich die Frage der Stunde."

Tochter drängte auf Wimbledon-Comeback

Das Rätselraten geht weiter - aus einer andere Frage der Stunde wurde aber bereits Gewissheit. Nach fast vier Jahren werden Serena und Venus Williams wieder gemeinsam auf der großen Tennis-Bühne stehen. Der Wimbledon-Veranstalter gab am Dienstagmittag bekannt, dass Serena (44) und ihre ältere Schwester Venus (45) eine Wildcard für den Doppel-Wettbewerb des Grand-Slam-Klassikers (ab 29. Juni) annehmen.

Gemeinsam gewannen die Schwestern Wimbledon bereits sechsmal. Zweimal – 2000 und 2002 – waren sie ebenfalls mit einer Wildcard angetreten. Die Situation ist ihnen also durchaus vertraut. "Ich glaube, das wird Spaß machen", sagte Serena Williams über das erneute Zusammenspiel. Die Idee dazu stammte allerdings nicht von ihr selbst. "Meine Tochter Olympia hat mir gesagt, ich solle in Wimbledon mit Venus spielen. Sie ist sehr ernsthaft und weise, also habe ich gesagt: 'Okay, Olympia, schauen wir mal, ob wir das hinbekommen.'"

Nach ihrem Comeback auf deutschem Boden in Berlin zog Williams trotz der Niederlage ein positives Fazit. An der Seite von Karolina Muchova schied sie zwar bereits in der ersten Runde gegen Giuliana Olmos (Mexiko) und Erin Routliffe (Neuseeland) mit 4:6, 4:6 aus, fühlte sich auf dem Platz aber "deutlich beweglicher, stabiler und schneller".

Inspiriert von Lindsey Vonn & Co.

Für einen Start im Einzel scheint sie das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit dagegen noch nicht vollständig zurückgewonnen zu haben. "Ich muss mich an die Arbeit machen", sagte die 23-malige Grand-Slam-Gewinnerin, die Wimbledon zuletzt 2016 im Einzel gewonnen hatte. Dass sie überhaupt auf die große Bühne zurückkehrte, verdanke sie nicht zuletzt ihrer Schwester und ihrem Umfeld.

"Motiviert hat mich unter anderem, was Venus im vergangenen Jahr bei den US Open geleistet hat", sagte die 44-Jährige. "Mir wurde ständig gesagt, dass ich wieder spielen sollte. Damals habe ich allerdings überhaupt nicht trainiert. Ich dachte mir nur: Wenn ich meine Meinung irgendwann ändere, dauert es ohnehin sechs Monate, bis ich wieder spielberechtigt bin. Also habe ich mich angemeldet – ohne die Absicht, tatsächlich hier zu stehen. Aber dann habe ich gesehen, wie gut Lindsey Vonn und viele andere Frauen nach ihren Comebacks waren. Da dachte ich mir: Warum nicht?"

Dennoch dämpfte Williams die Erwartungen an eine dauerhafte Rückkehr. "Das wird offensichtlich nicht für immer so weitergehen", sagte sie. "Das ist für mich auf Dauer nicht durchzuhalten."