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Kommentar: Zverevs Masters-Kritik ist nachvollziehbar – und hat Beigeschmack

Zverev gibt Autogramme
Zverev gibt AutogrammeDebby Wong / Alamy / Profimedia

An der Masters-Kritik von Alexander Zverev ist durchaus was dran. Warum müssen die 1000er-Turniere über einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen gestreckt werden? Dennoch hat seine Wortmeldung auch einen bitteren Beigeschmack.

Der Tennis-Kalender ist zu voll. Da ist es am Ende ja nur logisch, wenn Topstars wie Jannik Sinner und Novak Djokovic absagen und sich in Ruhe auf die prestigeträchtigen Grand-Slam-Events vorbereiten. Wer erinnert sich schließlich an den letzten Sieger des Masters in Montréal?

Die National Bank Open sind kein Fixpunkt bei den Tosptars
Die National Bank Open sind kein Fixpunkt bei den TosptarsMinas Panagiotakis / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP / Profimedia

Zwingen kann man die großen Namen nicht. Und auch die Einführung möglicher finanzieller Sanktionen wird in der Zukunft am Gesamtbild kaum was ändern, das hat Zverev richtig erkannt.

Dafür haben Sinner, Djokovic, Carlos Alcaraz und Co. schon zu viel Geld verdient, das werden sie weiterhin tun - mit oder ohne Masters-Teilnahmen. Nur eine Entschlackung des Formats – zurück zu einer Woche – kann helfen.

Aber Zeit für Show-Turniere hat man?

Ein Beigeschmack hinterlässt die erneute Absagewelle aber trotzdem, da kann Zverev noch so viel Kritik am Format ausüben und die Abwesenheit seiner berühmten Kollegen entschuldigen.

Zverev wünscht sich wieder kürzere Masters-Turniere
Zverev wünscht sich wieder kürzere Masters-TurniereMINAS PANAGIOTAKIS / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Denn während die Stars nicht in Montréal oder wo auch immer spielen wollen, bleibt für ein umstrittenes Showturnier wie dem Six Kings Slam in Saudi-Arabien dann doch wieder die Zeit. Wer gehört da unter anderem neben Zverev zum Starterfeld? Sinner. Djokovic. Alcaraz.

Die Ansetzung Ende Oktober im Vergleich zu einer wenige Wochen vor dem letzten Major des Jahres ist natürlich ein Faktor.

Und dennoch wirft die Zusage für ein sportlich bedeutungsloses Turnier, in einem Land, dem immer wieder "Sportswashing" vorgeworfen wird, die Frage auf: So schlimm sind der Terminstress und die Ermüdung dann vielleicht doch nicht?

Ja, die Verantwortlichen müssen sich überlegen, ob man nicht wieder den Schritt zu einem einwöchigen Format zurückgeht. Doch solange die Stars weiter genüsslich Geldsummen an anderer Stelle annehmen, dürfen sie sich auch nicht als Leidtragende der Situation hinstellen.

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