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Fragezeichen hinter der Nummer eins: Verpasst Jannik Sinner die gesamte Asien-Tour?

Tennis-Star Jannik Sinner könnte alle Turniere in Asien auslassen.
Tennis-Star Jannik Sinner könnte alle Turniere in Asien auslassen.HECTOR RETAMAL / AFP

Die Rückkehr von Jannik Sinner auf den Tennisplatz könnte sich weiter verzögern. Seit seinem Triumph in Wimbledon hat die Nummer eins der Welt an keinem Turnier mehr teilgenommen. Laut dem ehemaligen italienischen Profi Stefano Pescosolido ist es nicht ausgeschlossen, dass der 25-Jährige die komplette Asien-Tour auslässt. Das könnte auch für die Weltrangliste große Konsequenzen haben.

Seit mehr als zweieinhalb Monaten hat Sinner kein offizielles Match mehr bestritten. In den italienischen Medien halten sich die Zweifel an einem baldigen Comeback hartnäckig. Nach dem Wimbledon-Finale, in dem er Alexander Zverev besiegte und seinen fünften Grand-Slam-Titel feierte, bremste ihn eine Knieverletzung aus. Sinner musste die gesamte Nordamerika-Serie absagen und verpasste damit auch die US Open, bei denen er als Titelverteidiger angetreten wäre.

Eigentlich war der Start beim ATP-500-Turnier in Peking ab dem 30. September geplant, gefolgt vom Masters in Shanghai. Doch genau diese Reise nach China steht laut Pescosolido auf der Kippe: "Ich denke, er ist inzwischen deutlich vorsichtiger, was seine körperliche Verfassung angeht."

Ein Grund für diese Zurückhaltung dürften auch die anspruchsvollen Bedingungen in China sein. Im vergangenen Jahr hatte Sinner in Shanghai stark zu kämpfen und musste sein Drittrundenmatch gegen Tallon Griekspoor wegen Krämpfen aufgeben. "Es ist gut möglich, dass er die Asientour auslässt und erst in Wien zurückkehrt, um sich gezielt auf die Hallensaison vorzubereiten", erklärt Pescosolido.

Zverev mit Chance in der Weltrangliste

Ein späterer Wiedereinstieg bei den Indoor-Turnieren könnte für Sinner tatsächlich die beste Option sein: Er würde seine Genesung nicht überstürzen, die kräftezehrenden Bedingungen in Asien umgehen und könnte sich Schritt für Schritt den nötigen Rhythmus für die ATP Finals in Turin erarbeiten – das für ihn wichtigste Event zum Saisonabschluss.

Sollte Sinner Asien komplett auslassen, hätte das jedoch spürbare Folgen für das Ranking. Als Titelverteidiger in Peking würden ihm bei einem Verzicht 500 Punkte verloren gehen. Für Alexander Zverev böte sich damit die große Chance, den Rückstand aufzuholen. Aktuell liegt der Deutsche 1.810 Zähler hinter Sinner.

Damit steht der Südtiroler vor einer Richtungsentscheidung: Drängt er auf eine rasche Rückkehr, um Platz eins zu verteidigen, oder gönnt er sich eine längere Auszeit, um topfit in das große Saisonfinale zu gehen? Angesichts seiner bisherigen Erfahrungen in China dürfte die körperliche Gesundheit letztlich der ausschlaggebende Faktor sein.

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