NHL: Peterka und Utah verlieren in XXL-Overtime – Flyers eliminieren Penguins spät

Die Philadelphia Flyers feiern das Weiterkommen nach ihrer Erstrundenserie in den Stanley Cup Playoffs.
Die Philadelphia Flyers feiern das Weiterkommen nach ihrer Erstrundenserie in den Stanley Cup Playoffs.EMILEE CHINN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Eishockey-Nationalspieler John-Jason Peterka steht mit Utah Mammoth in den NHL-Playoffs vor dem Aus. Der 24 Jahre alte Angreifer unterlag mit seinem Team bei den Vegas Golden Knights trotz langer Führung mit 4:5 nach Verlängerung, Utah liegt nun in der Best-of-seven-Serie mit 2:3 zurück.

Vegas Golden Knights 5:4 (OT) Utah Mammoth

Pavel Dorofeyev gelang 53 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich zum 4:4 für Vegas, ehe Brett Howden nach knapp 26 Minuten Extrazeit in Unterzahl der entscheidende Treffer gelang.

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Peterka ist in den Playoffs weiter ohne Torbeteiligung. Bei der Niederlage in Spiel vier war er im letzten Drittel sowie in der Verlängerung kaum noch zum Einsatz gekommen, erhielt von seinem Coach im Nachgang einen öffentlichen Rüffel. "Das ist die Entscheidung des Trainers", sagte André Tourigny: "Das lag ganz sicher an seiner Leistung. Ich habe mit JJ gesprochen. Was wir besprochen haben, bleibt unter uns."

In der regulären Saison waren Peterka noch 25 Tore und 22 Assists gelungen, nachdem er als einer der hochkarätigsten Neuzugänge im Tausch mit Stürmer Josh Doan und Verteidiger Michael Kesselring von den Buffalo Sabres gekommen war. Der 24-Jährige erhielt einen Fünfjahresvertrag über 38,5 Millionen US-Dollar. Doch vor allem seit der Olympia-Pause wurde seine Rolle kleiner, im Schnitt kam er seitdem lediglich noch auf gut 14 Minuten Einsatzzeit pro Spiel.

Tampa Bay Lightning 2:3 Montreal Canadiens

Die Montreal Canadiens weigern sich standhaft, die Koffer zu packen. In einem packenden Spiel 5 gegen die Tampa Bay Lightning bewies der Außenseiter Nervenstärke und sicherte sich einen knappen 3:2-Sieg. Damit drehen die "Habs" den Spieß um und führen in der Serie nun mit 3:2. Für die Lightning, die eigentlich den Sack zumachen wollten, bedeutet dies nun den Gang zurück nach Kanada – mit dem Rücken zur Wand und dem drohenden Aus vor Augen.

Der heimliche Held des Abends war ein Rückkehrer: Brendan Gallagher. Nachdem er die ersten vier Partien der Serie nur von der Tribüne aus beobachten durfte, schlug er in seinem Debüt nach nur drei Minuten eiskalt zu. Es war ein klassisches Gallagher-Tor: hart erarbeitet im Getümmel vor dem Netz, nachdem Alex Newhook die Vorarbeit geleistet hatte. Dieser frühe Weckruf setzte den Ton für eine Partie, in der die Canadiens zeigten, dass sie den Sieg einen Tick mehr wollten als die Gastgeber.

Nachdem Dominic James für Tampa ausgeglichen hatte, entwickelte sich das zweite Drittel zu einem rasanten Schlagabtausch. Nur elf Sekunden nach dem Ausgleich brachte Kirby Dach Montreal postwendend wieder in Führung. Doch Tampa gab nicht klein bei: Jake Guentzel täuschte einen Pass an, nur um den Puck dann tunnelnd durch die Beine von Jakub Dobes zum 2:2-Ausgleich zu jagen. Dobes ließ sich davon jedoch nicht beirren; er avancierte mit insgesamt 38 Paraden, davon 17 im Schlussabschnitt, zum Turm in der Schlacht.

Die Entscheidung fiel schließlich durch Alexandre Texier, der sich im dritten Drittel ein Herz fasste. Nach einem punktgenauen Steilpass von Lane Hutson zog Texier aus dem linken Bullykreis ab. Sein Handgelenkschuss touchierte zwar noch die Fanghand von Star-Goalie Andrei Vasilevskiy, trudelte aber unaufhaltsam ins Netz. Nun wandert die Serie für Spiel 6 nach Montreal, wo die Canadiens am Freitag die Chance haben, den amtierenden Vize-Champion endgültig aus den Playoffs zu werfen.

Philadelphia Flyers 1:0 (OT) Pittsburgh Penguins

Was für ein Krimi in Philadelphia! In einem Spiel, das vor allem von überragenden Torhüterleistungen und taktischer Disziplin geprägt war, behielten die Flyers die Oberhand. Nach über 77 torlosen Minuten erlöste Cam York die heimischen Fans in der Verlängerung und schoss die Philadelphia Flyers mit einem 1:0-Sieg direkt in die zweite Runde. Für die Pittsburgh Penguins ist die Saison damit auf bittere Weise beendet, während in der "City of Brotherly Love" die große Party stieg.

Dass es überhaupt so lange 0:0 stand, lag vor allem an Dan Vladar im Gehäuse der Flyers. Mit 42 Paraden lieferte er eine makellose Leistung ab und feierte ein Shutout zum denkbar wichtigsten Zeitpunkt. Auf der Gegenseite stand ihm Arturs Silovs in nichts nach. Ob gegen den zurückgekehrten Matvei Michkov bei einem Alleingang oder gegen Christian Dvorak aus kürzester Distanz – Silovs hielt die Penguins fast im Alleingang im Spiel und brachte die Angreifer der Flyers reihenweise zur Verzweiflung.

Die Partie war geprägt von vergebenen Chancen und Aluminium-Treffern. Egor Chinakhov hatte die Führung für Pittsburgh auf dem Schläger, doch sein Schuss im zweiten Drittel knallte nur gegen den Pfosten. Auch die Special Teams beider Mannschaften fanden keinen Weg vorbei an den gegnerischen Defensivreihen. Die Spannung in der Xfinity Mobile Arena war förmlich greifbar, da jeder kleinste Fehler das Saisonaus für Pittsburgh oder eine Verlängerung der Serie hätte bedeuten können.

Der finale Paukenschlag gehörte schließlich Cam York. 2:28 Minuten vor dem Ende der ersten Overtime feuerte er einen Schlagschuss von der blauen Linie ab. Der Puck fand seinen Weg durch ein dichtes Knäuel an Spielern, klatschte gegen den Innenpfosten und schlug hinter Silovs ein. Es war Yorks erstes Playoff-Tor überhaupt – und was für eines! Die Flyers ziehen damit zum ersten Mal seit 2020 in die zweite Runde ein, wo nun die hochfavorisierten Carolina Hurricanes warten.