Ansah (25) wird die Verweigerung einer Dopingkontrolle vorgeworfen. Der Athlet des Hamburger SV war am Donnerstag der vergangenen Woche nach eigener Darstellung kurz vor seinem Aufbruch zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco von einem Kontrolleur der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) überrascht worden. Dieser habe "außerhalb meines Zeitfensters" geklingelt, so Ansah.
Unterschiedliche Maßstäbe?
Sörgel verweist im Zusammenhang mit dem Fall Ansah auch auf unterschiedliche Maßstäbe im Anti-Doping-System. Als Beispiel nannte der Wissenschaftler den Umgang mit bestimmten verbotenen Substanzen wie Diuretika, die im Sport auch als Maskierungsmittel eingesetzt werden können. Hier seien die möglichen Strafen teilweise deutlich geringer als bei einem bestätigten Kontrollverstoß nach Artikel 2.3, der im Fall Ansah angeführt wird. "Da stellt sich die Frage nach der Logik des Systems", sagte Sörgel.
Ansah ist nach Angaben der NADA im Einklang mit dem Anti-Doping-Regelwerk derzeit nicht vorläufig suspendiert. Allerdings drohen dem 9,98-Sekunden-Läufer schwere Konsequenzen. Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien war Ende Juni wegen einer verweigerten Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt worden. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist allerdings die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA).
