Elektrisierender Klassiker auch unterhalb des Gipfels: Der BVB reist nach München

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Elektrisierender Klassiker auch unterhalb des Gipfels: Der BVB reist nach München

Thomas Tuchel wird gegen Edin Terzic seinen vorerst letzten Klassiker erleben.
Thomas Tuchel wird gegen Edin Terzic seinen vorerst letzten Klassiker erleben.Profimedia
Der Gipfel ist weit weg, die Meisterschale unerreichbar - doch der Klassiker zwischen Bayern München und Borussia Dortmund birgt Brisanz und zieht Fußball-Deutschland in seinen Bann. "Es geht für beide Teams um viel, dieses Mal nicht um die Meisterschaft. Trotzdem bleibt das Spiel elektrisierend", sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl bei Sky.

Erstmals seit 14 Jahren thront ein Team vor dem direkten Duell in der Rückrunde nicht an der Tabellenspitze, für die Gäste ist die Begegnung am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) in der seit Monaten ausverkauften Allianz Arena aber wegweisend. "Wir kommen in die spannendste Phase der Saison. Wir dürfen uns unabhängig von der Stärke des Gegners keine Ausrutscher mehr erlauben", betonte Trainer Edin Terzic.

Zum Match-Center: Bayern München vs. Borussia Dortmund

Ausgangslage vor dem Spiel zwischen Bayern und Dortmund.
Ausgangslage vor dem Spiel zwischen Bayern und Dortmund.Flashscore

Dortmunds Horrorbilanz

Ungeachtet seiner Horrorbilanz in München steht der BVB massiv unter Druck und muss punkten. "Unser Ziel ist es, am Samstag nach München zu fahren und endlich den Bock umzustoßen", sagte Terzic. Neun Spiele in Folge haben die Dortmunder in der Liga bei den Bayern verloren. Dabei erzielten sie nur acht Tore, kassierten aber 37. Man habe es häufig nicht geschafft, "das Momentum auf unsere Seite zu kippen", so Terzic und sprach sich und seinem Team Mut zu: "Das Spiel startet bei 0:0."

Bei der zehnten Niederlage in München in Serie droht der Verlust des begehrten vierten Platzes, der sicher in die sportlich attraktive und finanziell lukrative Champions League führt. "Dortmund", stellte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus daher fest, "muss dringender die Punkte holen". Im Vergleich zum direkten Konkurrenten RB Leipzig hat der BVB im Saisonendspurt das deutlich schwerere Restprogramm.

Zuletzt war in München nichts zu holen.
Zuletzt war in München nichts zu holen.Flashscore

Die Borussia liegt 20 Punkte hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen zurück, die Münchner zehn. Seit 2010 hieß der Meister immer Bayern (12) oder Dortmund (2). Wenn kein Wunder geschieht, wird sich das ändern. Doch ungeachtet dessen will auch der Rekordmeister mit einem Sieg in die letzten Wochen der Saison starten.

Bayern bleibt selbstbewusst

"Es sind wichtige Spiele in der Bundesliga mit großer Rivalität und Historie", sagte Trainer Thomas Tuchel und sprach von einem "emotionalen und aufgeladenen Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollen. Wir sind sehr überzeugt von uns."

"Daraus müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen", forderte Terzic. Seine Mannschaft müsse dafür "mutig auftreten", in jeder Phase des Spiels "fleißig bleiben" sowie eine "große Effizienz und Widerstandsfähigkeit" an den Tag legen.

Das ist auch das Ziel der Münchner, die gerade mit Blick auf das Viertelfinale in der Königsklasse gegen den FC Arsenal Selbstvertrauen tanken wollen. "Jetzt ist die Phase, in der wir zeigen müssen, was in uns steckt", sagte Tuchel, der einen "offenen Schlagabtausch" gegen einen "offensivstarken Gegner" erwartet.

Während Tuchel sich ganz auf die Gegenwart konzentrieren kann, suchen die Verantwortlichen fieberhaft seinen Nachfolger. "Auf der Liste tauchen auch ungewöhnliche Ideen auf", sagte Eberl. Denn in der nächsten Saison wollen die Bayern auf dem Gipfel der Meisterschale wieder ganz nahe sein.

Team-News: München ohne Neuer, BVB bangt um Kobel

Im deutschen Klassiker müssen sowohl der FC Bayern München als auch Borussia Dortmund auf Stammkräfte verzichten. Beim Rekordmeister wird es besonders in der Defensive dünn, da mit Raphael Guerreiro, Sacha Boey und Bouna Sarr drei Außenverteidiger fehlen. Alphonso Davies und Joshua Kimmich dürften gesetzt sein. Dazu kam es während der Länderspielpause besonders hart: Manuel Neuer zog sich einen Muskelfaserriss zu und kann am Samstag nur zuschauen.

Auch bei den Gästen wird es zwischen den Pfosten womöglich einen Wechsel geben. Gregor Kobel, zuletzt von muskulären Problemen geplagt, hat seine Verletzung zwar überwunden, sich aber einen Magen-Darm-Infekt eingehandelt - Ein Einsatz ist fraglich. Bei den Länderspielen verletzte sich zudem Ramy Bensebaini am Innenband und fällt wohl bis Saisonende aus. Marcel Sabitzer sitzt seine Sperre nach dem Platzverweis in Bremen ab.

Aufstellungen, Verletzungen und Sperren in der Übersicht

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayern München (4-2-3-1): Ulreich - Kimmich, Dier, De Ligt, Davies - Laimer, Goretzka - Sané, Müller, Musiala - Kane

Borussia Dortmund (4-2-3-1): Meyer - Ryerson, Hummels, Schlotterbeck, Maatsen - Can, Özcan - Malen, Brandt, Sancho - Füllkrug

Flashscore-Prognose: Niederlage Nummer 10

Seit vielen Jahren liefern sich Bayern München und Borussia packende Duelle um die Meisterschaften. Dieses Jahr sind die Vorzeichen anders: Dem Rekordmeister sind mittlerweile nur noch theoretische Chancen auf die zwölfte Meisterschaft in Folge einzuräumen, während der BVB sogar noch um die Champions-League-Teilnahme bangt.

Losgelöst von sämtlichen äußeren Einflüssen - in den letzten Jahren nannte man den Klassiker häufig auch "Vorentscheidung im Titelkampf" - kann man dieses Duell nach Jahren wieder für sich betrachten. Und schaut man auf die Zahlen, sieht man eine schwarz-gelbe Bilanz, die mehr schwarz als alles andere ist. Die Festung Allianz Arena ist seit zehn Jahren eine Nummer zu groß für die Borussen. Um diese Bilanz zu verdeutlichen: Beim letzten Liga-Sieg in der Allianz-Arena bejubelte man Tore von Mkhitaryan und Hofmann, während Kehl als Kapitän auflief.

Beide Mannschaften stolperten durchwachsen ins neue Jahr, aber konnten vor der Länderspielpause zu sich finden. Aber wie sieht es nach der Pause aus? Zahlen sich die wenigen Abstellungen Dortmunds aus oder setzt sich die Münchener Klasse durch? Wir glauben an zweiteres. Harry Kane spielt eine Saison für die Geschichtsbücher und wird auch gegen Dortmund, gegen die er im Hinspiel dreifach traf, seine beste Leistung zeigen. Es wird ein gewohnt torreiches Spiel, dass der FC Bayern mit 3:1 gewinnt.