Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass Schicker am Tag nach dem Bayern-Spiel Geschichte bei der TSG sein könnte. Für Montag soll Christoph Henssler, der 29 Jahre alte Interims-Klubchef des Muttervereins mit Ultra-Vergangenheit, eine Gesellschafterversammlung einberufen haben. Spekuliert wird, dass Schicker als Geschäftsführer abberufen und zum Sportchef degradiert werden könnte. Es erscheint unwahrscheinlich, dass der 39 Jahre alte Österreicher dabei mitspielt.
"Ich hoffe nicht, dass wir unseren sehr erfolgreichen Weg an der Heimatfront kaputtmachen", sagte Trainer Christian Ilzer am Freitag. Schicker stelle "nicht nur für mich sondern für das gesamte Team die Rahmenbedingungen her, dass wir erfolgreich sein können".
Querelen auf Führungsebene in Hoffenheim
Er selbst hielt sich einen Rücktritt für den Fall einer Schicker-Abberufung offen. "Kann sein", antwortete Ilzer auf die entsprechende Frage: "Ich kann nichts ausschließen. Das hängt aber auch von vielen anderen Faktoren ab."
Hintergrund für die Spekulationen um Schicker sind die anhaltenden Querelen in der Chefetage des Klubs von Gesellschafter Dietmar Hopp. Nachdem Markus Schütz (Vorsitzender der Geschäftsführung) sowie Finanzchef Frank Briel Anfang November 2025 im Zuge der Auseinandersetzung mit Spielerberater und Hopp-Freund Roger Wittmann gehen mussten, verließ nun auch Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer Tim Jost den Verein.
Henssler will offenbar die Geschäftsführung nach seinen Vorstellungen personell neu aufstellen. Der seit Oktober 2024 als Sport-Geschäftsführer amtierende Schicker, der nach seinem Flirt mit dem Ligarivalen VfL Wolfsburg im November ziemlich überraschend im Kraichgau geblieben war, hat da wohl keinen Platz. Als Begründung für eine Degradierung könnte laut Medienberichten ein möglicher Formfehler bei internen Vorgängen dienen, der Schicker angelastet wird.
Ob das Theater abseits des Platzes die Mannschaft um ihren Altstar Andrej Kramaric belastet, wird sich am Sonntag zeigen. Eigentlich wollten die Schützlinge von Schicker-Intimus Ilzer in München ein weiteres Ausrufezeichen setzen. "Wir freuen uns extrem auf dieses Spiel. Das wird ein super Test. Wenn wir die Leistung der vergangenen Wochen zeigen, können wir etwas holen", sagte Kramaric, der die zweite TSG-Teilnahme an der Champions League anstrebt.
Ilzer sieht "David-gegen-Goliath-Situation"
Im Gegensatz zum 34 Jahre alten Kroaten, der in diesen Tagen eigentlich mit Schicker über eine Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags verhandeln wollte, bremst Ilzer ein wenig die Euphorie. "Es gibt viele Schulterklopfer. Aber wir müssen den Fokus auf die wichtigen Dinge richten", sagte der Österreicher.
Am Sonntag gebe es eine "David-gegen-Goliath-Situation" gegen das "Nonplusultra" der Liga, kündigte er an: "Wir sind von der Grundstimmung sehr entspannt, können dort nur gewinnen."
Zumindest auf dem Platz - an anderer Stelle wird dafür eher gegen den Erfolg gekämpft.
Zum Match-Center: FC Bayern vs. TSG Hoffenheim
