Beim 0:1 (0:1) in Freiburg offenbarten die Hanseaten aber trotz langer Überzahl altbekannte Probleme und stürzten nach der Entlassung von Horst Steffen durch das elfte Spiel in Serie ohne Sieg auf den Relegationsplatz ab. Sein Team müsse derzeit "sehr viel aushalten", betonte Thioune: "Schlechte Momente machen was mit Menschen. Dann ist es wichtig, dass man jemanden hat, der da ist, dem man vertraut und der einem Lösungen an die Hand gibt. Das wird meine Aufgabe in den nächsten Wochen."
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Eine Mammutaufgabe wohlgemerkt. "Es muss eine Veränderung her, so geht es nicht", polterte Kapitän Marco Friedl bei Sky: "Wir werden unser blaues Wunder erleben." Nach dem frühen Gegentreffer durch Jan-Niklas Beste (13.) konnte Werder trotz der über 40-minütigen Überzahl nach dem Platzverweis von Johan Manzambi (52., nach Videobeweis) nicht zurückschlagen und agierte offensiv erschreckend ideenlos. Die Fans machten ihrem Unmut nach Abpfiff gestenreich und lautstark Luft.
Werder-Boss Fritz fordert "Basics"
"Natürlich kann ich das verstehen", sagte Sportchef Clemens Fritz: "Es ist nicht so, dass hier irgendeiner mit einem Lächeln nach Hause fährt. Dass die Enttäuschung riesig ist, das merkt man jedem Einzelnen an." Bei nur noch zwei Punkten Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz müsse "allen bewusst sein, wie die Situation ist. Wir dürfen uns nichts vormachen oder schönreden". Er sehe allerdings vielmehr ein Kopf- statt ein Qualitätsproblem.
Diese mentale Blockade will Thioune lösen. "Mein Rucksack ist leer, das habe ich den Jungs gesagt. Sie können bei mir ordentlich reinpacken", betonte der 51-Jährige. Der neue Coach gebe dem Team "ein sehr gutes Gefühl", sagte Friedl. Es gehe erstmal um das Einbringen von "Basics", ergänzte Fritz: "Wir haben im Moment gar nicht die Zeit dafür, alles auf links zu drehen". Die Wende gelinge nur "zusammen als Gemeinschaft", betonte der Sportchef. Er wolle kein "Fingerpointing" sehen.
Stattdessen gehe es darum, "fleißig und beharrlich zu arbeiten, um unsere Situation zu ändern", so Thioune. Bestenfalls schon kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) - ausgerechnet gegen Bayern München. "Man wächst an seinen Aufgaben", betonte der Coach mit einem Grinsen. "Im Fußball ist alles möglich", ergänzte Friedl. Sätze, die in diesen Tagen an der Weser eher nach Durchhalteparolen klingen.
