Frank Schmidt klatschte mit finsterer Miene seine Co-Trainer ab, auf dem Rasen sanken seine Spieler enttäuscht zu Boden. Trotz eines engagierten Auftritts stand der 1. FC Heidenheim mal wieder mit leeren Händen da. Beim 0:1 (0:0) im Kellerduell beim FC Augsburg blieb der Tabellenletzte zum neunten Mal in Folge sieglos und taumelt ungebremst dem Abstieg entgegen.
"Es war ein sehr stabiles Auswärtsspiel von uns. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel komplett in unsere Richtung gedreht", sagte Schmidt, unter dem der FCH weiter sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsrang hat, bei DAZN: "Dass du so ein Spiel durch einen Elfmeter verlierst, ist unfassbar bitter."

Neues Motto: Sag niemals nie
Alexis Claude-Maurice (80./Foulelfmeter) traf zum Sieg für den FCA, der sich seinerseits etwas Luft verschaffte und seinen Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf komfortable acht Punkte ausbaute.

Heidenheim droht in der dritten Saison seit dem Aufstieg derweil immer mehr die Rückkehr in die zweite Liga: Mit nur 13 Punkten nach 22 Spieltagen hat seit Einführung der Drei-Punkte-Regel kein Verein mehr den Klassenerhalt geschafft. "Es wird nicht einfacher", sagte Schmidt, "aber man sollte nicht sagen, dass es unmöglich ist."
Match-Center: Augsburg vs. Heidenheim
Unglücklicher Spielverlauf
Fehlenden Einsatz konnte der Coach seiner Mannschaft keinesfalls vorwerfen. Heidenheim begann engagiert und mutig, lief die favorisierten Gastgeber mitunter schon in der gegnerischen Hälfte an und verteidigte teilweise in Manndeckung über den gesamten Platz. Einziges Problem: Die mit 19 Toren schlechteste Offensive der Liga strahlte so gut wie keine Gefahr aus.

Immerhin hielt gleichzeitig die bis dato mit 48 Gegentreffern schlechteste Defensive zunächst dicht. Augsburg wurde mit fortlaufender Spieldauer zwar ballsicherer und kam auch zu Chancen, wirklich zwingend waren sie aber nie.
Kristijan Jakic (18.), Alexis Claude-Maurice (26.) und Michael Gregoritsch (39.), der es von der Mittellinie aus probierte, scheiterten entweder an FCH-Keeper Diant Ramaj oder der eigenen Zielgenauigkeit.

Gimber verschuldet Strafstoß
Heidenheim blieb auch nach der Pause aktiv. Winter-Neuzugang Christian Conteh (50.) – der sein Bundesliga-Debüt gab – verzeichnete den ersten nennenswerten Abschluss der Gäste. In einem offeneren Spiel übernahm Heidenheim zunehmend die Kontrolle, im Abschluss mangelte es dem Schlusslicht aber zu oft an Überzeugung.
Stattdessen hielt Benedikt Gimber Keven Schlotterbeck im Strafraum zu lange am Trikot. Schmidt schüttelte am Seitenrand verzweifelt den Kopf, Claude-Maurice bestrafte die Unachtsamkeit gnadenlos.
