Die Superhelden in Zeitlupe, ein mystischer Chor und donnernde Trommelschläge: Mit cineastischer Dramatik inszenierte der FC Arsenal seine Ankunft in Budapest zum finalen, filmreifen Showdown.
"Noch nicht fertig", lautete das Motto, mit dem sich die Gunners auf das Champions-League-Endspiel in der ungarischen Hauptstadt einschworen. Die Krone Europas ist für Arsenal zum Greifen nah – gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain steht uns ein Blockbuster bevor.
Zwei Schwergewichte des europäischen Fußballs, der gefährlichste Angriff gegen die sicherste Abwehr. Und dann gibt es natürlich auch das Duell der beiden spanischen Trainer Mikel Arteta und Luis Enrique, einst Weggefährten beim FC Barcelona.

Siebert leitet das Endspiel
Zudem stehen auch zwei Deutsche im Rampenlicht: DFB-Spieler Kai Havertz und Schiedsrichter Daniel Siebert. Das Drehbuch für einen großen Fußball-Abend am Samstag scheint geschrieben.

Goldene Ära für PSG
Paris Saint-Germain hat im Vorjahr zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die UEFA Champions League gewonnen. Luis Enrique formte aus einem Haufen von Individualisten eine echte Einheit.
Mit reichlich Selbstbewusstsein schalteten die Franzosen – angeführt von Weltfußballer Ousmane Dembélé und dem georgischen Zauberfuß Khvicha Kvaratskhelia – bereits 44 Tore. Im Halbfinale musste auch Bayern München dran glauben.

Mit einem erneuten Finaltriumph würde man offiziell eine Ära prägen. Schließlich schaffte es bislang einzig und allein Real Madrid, den Champions-League-Titel erfolgreich zu verteidigen. Um Arsenal zu schlagen, sagte Taktik-Freak Enrique, müsse PSG sich aber "darauf einstellen, anders zu spielen und zu verteidigen als sonst".
Denn die Gunners verfügen über eine besondere Stärke: die beste Defensive Europas. Erst sechs Geentore kassierten sie im laufenden Wettbewerb. In der Premier League kassierte man in 38 Ligaspielen nur 27 Treffer. Der Lohne war die erste Meisterschaft nach zuvor 22 Jahren Wartezeit.
Historische Chance für den FC Arsenal
Nun hat Arsenal die Gelegenheit, auch auf europäischer Ebene eine Durststrecke zu beenden. Die Finalpleite von 2006 – als Arsenal auch wegen eines frühen Platzverweises gegen Torhüter Jens Lehmann 1:2 dem FC Barcelona unterlag – soll der Vergangenheit angehören.

Arteta blickt dem Finale voller Zuversicht dem Finale entgegen: "Wir haben die großartige Chance, mit unserem Verein eine neue Geschichte zu schreiben, und wir sind überzeugt, dass wir das schaffen werden."
Glücksbringer Havertz
Dabei soll auch Nationalstürmer Havertz helfen. 2021 gewann er die Königsklasse mit dem Londoner Stadtrivalen FC Chelsea und wurde mit dem goldenen Treffer zum 1:0 über Manchester City seinem Ruf als Mann für besondere Momente gerecht. Havertz habe die "Gabe", sagte auch Arsenal-Legende Thierry Henry, "wichtige Tore zu schießen".

Voraussichtliche Aufstellungen im Champions-League-Finale
PSG: Safonov - Hakimi, Marquinhos, Pacho, Mendes - Neves, Zaire-Emery, Vitinha - Doue, Dembele, Kvaratskhelia
Arsenal: Raya - Mosquera, Saliba, Gabriel, Calafiori - Rice, Lews-Skelly - Saka, Ödegaard, Trossard - Havertz
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Deutschland)
