Nagelsmann legt sich fest - Manuel Neuer wieder die deutsche Nummer 1

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Nagelsmann legt sich fest - Manuel Neuer wieder die deutsche Nummer 1
Manuel Neuer soll bei der Heim-EM den Kasten hüten.
Manuel Neuer soll bei der Heim-EM den Kasten hüten.Profimedia
Als frischgebackener Vater des kleinen Luca schwebt Manuel Neuer ohnehin auf einer rosa Wolke durch den Tag - nun vereinen sich sein privates und sportliches Glück perfekt. Der langjährige Stammtorhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird nach einem märchenhaften Comeback auch bei der Heim-EM die Nummer eins sein. Darauf hat sich Bundestrainer Julian Nagelsmann nach SID-Informationen festgelegt.

Die Entscheidung ist eine erwartbare - und dennoch ein neuer(-licher) schwerer Schlag für Marc-Andre ter Stegen. Neuers "ewiger" Stellvertreter, auch schon 31 Jahre alt, hat den Platz eineinhalb Jahre lang warmgehalten und muss sich doch wieder mit der Reservistenrolle begnügen. An einem Manuel Neuer in Topform ist eben auch mit 37 einfach kein Vorbeikommen, das hat zuletzt erst Thomas Tuchel mit großer Ehrfurcht festgestellt.

Ein Comeback wie Neuer nach dessen Beinbruch beim Ski-Bergsteigen schaffe nur "einer von 20 Millionen Spielern", schwärmte der Bayern-Trainer. Neuer sei einzigartig, "absolute Weltklasse" in allen Bereichen, in Antizipation und Ausstrahlung "eine ganz eigene Liga".

Und: Die Bayern-Lobby hat für ihn kräftig die große Trommel geschlagen, noch am Mittwoch, kurz bevor Nagelsmanns Entscheidung zunächst an das Portal Sportbuzzer durchsickerte. "Er ist jetzt zu alter Klasse zurückgekehrt und hat einen ganz großen Vorteil gegenüber ter Stegen, der zweifellos auch ein großartiger Torhüter ist", sagte Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge der Abendzeitung: "Manuel Neuer hat Erfahrung."

Rummenigge mit Werbung für Neuer

Für Torhüter sei das "etwas Unschlagbares", betonte Rummenigge. "Ich kann nur eins empfehlen: Dass Manuel Neuer die Nummer eins wird – auch deshalb, weil jede Mannschaft eine Hierarchie braucht." Er verglich Neuer mit dem großen Dino Zoff, den Rummenigge selbst als Mitspieler erlebt hatte. Für den Münchner Patron Uli Hoeneß war es sowieso "gar keine Frage": Manuel Neuer, Schluss, aus, basta!

Der Weltmeister von 2014 kehrt damit im Länderspiel gegen Frankreich am Samstag (21.00 Uhr/ZDF) in Lyon nach 15 Monaten ins deutsche Tor zurück, im Sommer würde er sein achtes großes Turnier als Stammtorwart bestreiten. Am Donnerstag soll er sich auf einer Pressekonferenz im Frankfurter DFB-Campus äußern.

Zum Match-Center: Frankreich vs. Deutschland

Seine 117. und bislang letzte Partie im DFB-Dress hatte er bei der WM 2022 in Katar absolviert, die in allen Belangen zum Desaster wurde. Danach war er wegen seiner traumatischen Verletzung lange Zeit ausgefallen, erst im vergangenen Oktober stand er wieder im Tor des FC Bayern. Die EM-Uhr tickte laut.

Ter Stegen bestritt hingegen acht der elf Länderspiele in Neuers Abwesenheit. Im vergangenen November bei den Niederlagen gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2) war er wegen einer Rückenverletzung ausgefallen, damals stand der diesmal nicht berücksichtigte Kevin Trapp im Tor.

Deutschland hat ein Luxusproblem

Und jetzt? Wieder Neuer, wie eh und je, als wäre nichts gewesen. Am Dienstag zeigte sich im öffentlichen Training, über welchen Luxus der deutsche Fußball da verfügt: Beim Torschusstraining zappelte kaum ein Ball im Netz, beide Torhüter waren gleichermaßen überragend.

Nagelsmann hat seine kleinste Baustelle damit früh geschlossen, er hat noch genügend andere Sorgen vor der EM. Eine Entscheidung gegen Neuer hätte eine neue aufgerissen: Die Hierarchie im Team kann nun weitgehend bleiben, wie sie ist.