GOATwatch: Messi mit erstem Treffer des neuen Jahres – Ronaldo beendet Streik

GOATwatch: Der wöchentliche Vergleich zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
GOATwatch: Der wöchentliche Vergleich zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel MessiFlashscore // REUTERS/Hamad I Mohammed & REUTERS/Luisa Gonzalez

GOATwatch – Wer ist der "Greatest of all time"? Zwischen Rekordjagden, Glanzleistungen und Schlagzeilen abseits des Platzes liefern uns Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auch mit fast 40 Jahren noch immer Geschichten für die Ewigkeit, die wir wöchentlich begleiten. In dieser Woche bestimmt CR7 trotz fehlender Einsätze die Themen, während "La Pulga" sein erstes Tor in diesem Jahr erzielt – Bühne frei für GOATwatch.

Sportlich: Messi zaubert – Ronaldo streikt

Lionel Messi hat in dieser Woche das getan, was laut Ex-Mitspieler Samuel Umtiti praktisch zu seiner inneren Grundausstattung gehört: scoren – sonst wäre er "unzufrieden". Und genau das lieferte der 38-Jährige im 2:2 von Inter Miami gegen Barcelona SC: ein Solo aus dem Mittelfeld, zwei Verteidiger stehen lassen, Abschluss rein. Dazu gab’s noch eine Vorlage per Flanke auf Neuzugang Germán Berterame.

Offiziell nur ein Testspiel, aber allen ist klar: Messi kommt wieder in den Modus und hat damit seine Serie verlängert, seit 2005 in jedem Jahr für eine Profimannschaft getroffen zu haben.

Cristiano Ronaldo dagegen war sportlich vor allem… abwesend. Der 41-Jährige ließ die letzten zwei Ligaspiele von Al Nassr aus, weil er mit der Transfer- und Führungslage im Verein bzw. der Finanzierung im saudischen System unzufrieden war. Für die Gegenüberstellung heißt das: Messi sammelt Minuten, Aktionen und Highlights auf dem Platz; Ronaldo sammelt vor allem Storylines neben dem Platz. Was seine reine Torquote angeht, bleibt er trotzdem ein Monster: In der Liga steht er bei 17 Toren in 18 Spielen.

Wichtigkeit fürs Team? Bei Miami wirkt Messi schon in der Vorbereitung als Taktgeber, der überall zu finden ist und Angriffe verbindet – Mascherano spricht von sichtbarer Verbesserung trotz spätem Ausgleich.

Das dieswöchige GOAT-o-Meter zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi
Das dieswöchige GOAT-o-Meter zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel MessiFlashscore // REUTERS/Hamad I Mohammed & REUTERS/Luisa Gonzalez

 

Bei Al Nassr zeigt Ronaldos Mini-Streik wiederum, wie sehr sich dort alles um ihn dreht: Wenn er nicht spielt, wird weniger über das Team als über ihn gesprochen – nur eben in Talkshows, Liga-Statements und Expertenmeinungen. Das GOAT-o-Meter dieser Woche schlägt leicht Richtung Messi aus, weil er auf dem Platz geliefert hat (Tor + Assist + Formkurve), während Ronaldo sportlich vor allem eine Lücke hinterließ.

Boulevard: Capello-Entscheidung  – Barca-Rückkehr?

Messi gewann die Woche im „Herz-und-Historie“-Segment: Der FC Santos postete ein Foto von Messi mit zwei seiner Söhne – alle halten das legendäre Santos-Trikot mit der Nummer 10. Ein Geschenk von Ex-Barca-Kollege Neymar, signiert und mit Widmung für Thiago und Mateo. Santos dichtete gleich mit: vom "Prinzen" Neymar an den "Genius" Messi, mit einem Pelé-Verweis als heiligem Erbe. Das ist Fußballromantik in Trikotform.

Dazu kommt die Barcelona-Seifenoper, nur diesmal mit Politikflair: Präsidentschaftskandidat Victor Font behauptet, ein Projekt zur Wiederbelebung der Messi-Barça-Beziehung werde den Argentinier "unglaublich begeistern". Der aktuelle Barca-Präsident Joan Laporta gibt derweil öffentlich zu, dass es zwischen ihnen frostig sei. Messi selbst? Laut Insidern will er bei der Wahl neutral bleiben, keinen Kandidaten unterstützen und voraussichtlich nicht einmal wählen. Übersetzt: Der mächtigste Name der Stadt spielt den Unparteiischen, während alle anderen seine Aura zur Kampagne umfunktionieren wollen.

Bei Ronaldo war Boulevard diese Woche eher Thriller-Serie: Boykott wegen PIF-Gebaren, Liga-Erklärung („kein Einzelner trifft Entscheidungen über seinen Verein hinaus“) und dann die Rückkehr ins Training – samt kryptischem Social-Media-Post mit "Al Nassr Mentality" im Hintergrund und einem Emoji mit zwei erhobenen Fingern.

Parallel grätscht Fabio Capello in die GOAT-Debatte: Ronaldo sei ein überragender Torschütze und Athlet, aber nicht "das Genie" von Messi, Maradona oder Ronaldo Nazário. Und Phil Jones setzt wiederum die Gegenheadline: Er entscheidet sich in der GOAT-Frage für Cristiano.

Ausblick: MLS-Restart – Ronaldo-Comeback

Für Messi und Inter Miami wird’s jetzt langsam konkret: Am 13. Februar steht das letzte Vorbereitungsspiel gegen Independiente de Valle aus Ecuador in Puerto Rico an, bevor am 21. Februar der MLS-Start auswärts gegen LAFC folgt. Die Testspiel-Tour steht momentan bei 1-1-1, und nach dem 2:2 gegen Barcelona SC liegt der Fokus klar darauf, das bittere späte Gegentor abzuhaken.

Und Ronaldo? Der soll seinen Streik beendet haben und am Samstag gegen Al Fateh zurückkehren. Davor stand für Al Nassr ein Trip nach Turkmenistan zu Arkadag in der AFC Champions League Two an – ohne CR7.