Der "ägyptische König" sorgte zuletzt mit öffentlichen Aussagen für Aufsehen, in denen er andeutete, im Klub zum Sündenbock für die sportliche Krise gemacht worden zu sein. Das Verhältnis zwischen Spieler und Verein scheint zumindest angekratzt.
Sportlich spricht ebenfalls nicht alles für ihn: In der laufenden Premier-League-Saison kommt Salah in 18 Einsätzen lediglich auf vier Tore und sechs Vorlagen. Für einen Spieler seines Kalibers (und mit einem Wochengehalt von über 450.000 Euro) ist das deutlich zu wenig. Hinzu kommt sein Alter: Im Sommer feiert er den 34 Geburtstag und besitzt dann nur noch ein Jahr Restvertrag.

Sollte Liverpool noch eine angemessene Ablöse erzielen wollen, könnte der kommende Sommer der letzte sinnvolle Zeitpunkt für einen Verkauf sein.
Wer könnte Salah ersetzen?
Genau hier beginnt das eigentliche Problem der Reds: Spieler, die Salahs Rolle und vor allem seine Produktivität ersetzen können, sind rar. Ein Name, der regelmäßig bei Europas Topklubs gehandelt wird, ist Nico Williams von Athletic Bilbao.
Auf internationaler Bühne bildete er gemeinsam mit Lamine Yamal ein hochspannendes Flügelduo. Ein Wechsel zum FC Barcelona stand zeitweise im Raum, doch Williams entschied sich für einen Verbleib in Bilbao.
Aktuell wird seine Situation allerdings durch Verletzungsprobleme erschwert. Eine hartnäckige Schambeinentzündung zwingt ihn zu einer Pause auf unbestimmte Zeit. Für potenzielle Interessenten erschwert das die Einschätzung seines tatsächlichen Leistungsvermögens erheblich.
Begehrt – aber passt Williams wirklich zu Liverpool?
Neben Barcelona gilt auch Arsenal als interessiert. Doch beide Vereine sind auf den Außenbahnen gut besetzt. Barcelona verfügt bereits über mehrere Optionen, Arsenal hat mit Spielern wie Gabriel Martinelli und Bukayo Saka starke Flügelspieler etabliert.
Für Liverpool stellt sich daher die entscheidende Frage: Ist Williams wirklich der richtige Mann für die Nachfolge Salahs? Oder wären Alternativen wie Jarrod Bowen von West Ham United oder Bradley Barcola von Paris Saint-Germain die realistischeren Optionen?

Ein Blick auf die Statistiken relativiert den Hype um Williams deutlich. Während Salah in der Saison 2024/25 in 38 Premier-League-Spielen beeindruckende 29 Tore und 18 Vorlagen lieferte, kam Williams in derselben Spielzeit in 29 LaLiga-Partien lediglich auf fünf Treffer und fünf Assists.
Auch seine Entwicklung über die vergangenen Jahre wirkt eher inkonstant:
2021/22: 34 Einsätze, keine Torbeteiligung
2022/23: sechs Tore, vier Vorlagen in 36 Spielen
2023/24: fünf Tore, elf Assists
Für einen Klub wie den Liverpool FC, der in der physisch und taktisch extrem anspruchsvollen Premier League bestehen muss, sind diese Werte kein überzeugender Nachweis für einen direkten Salah-Ersatz.
Viel Tempo – aber zu wenig Effizienz
Zwar stehen in den letzten beiden Spielzeiten 177 erfolgreiche Dribblings zu Buche, doch diesen stehen über 500 Versuche gegenüber. Auch seine Flanken- und Passquoten bewegen sich lediglich im soliden Mittelfeld. Hinzu kommt eine hohe Zahl an Ballverlusten.
Natürlich bringt Williams Tempo, Technik und Mut im Eins-gegen-Eins mit. Diese Qualitäten könnten hervorragend zum Spielstil von Arne Slot passen, doch in vielen Bereichen fehlt es noch an Konstanz, Entscheidungsqualität und Effizienz.

Mit 24 Jahren besitzt Williams ohne Zweifel Entwicklungspotenzial. Genau das macht ihn für Topklubs attraktiv. Doch Liverpool befindet sich selbst in einer Phase des Umbruchs und ist aktuell nicht auf dem absoluten Leistungszenit.
Einen Spieler mit vergleichsweise überschaubarer Scorer-Bilanz und aktuellen Verletzungsproblemen als direkten Ersatz für eine Klubikone wie Salah zu verpflichten, wäre ein erhebliches Risiko. Williams mag perspektivisch ein spannendes Projekt sein – als unmittelbarer Nachfolger von Mohamed Salah erscheint er jedoch (noch) nicht die richtige Wahl für die Reds.

