Für den abgewanderten Stammkeeper Yann Sommer hütet künftig der Spanier Josep Martinez das Tor. Auch die Abwehr zeigt ein völlig neues Gesicht: Während Routiniers wie Francesco Acerbi, Matteo Darmian und Stefan de Vrij den Verein verließen, sicherten sich die Mailänder die Dienste von ManCity-Verteidiger John Stones sowie Djed Spence, der bei der WM 2026 für England glänzte. Zudem wurde Manuel Akanji nach erfolgreicher Leihe fest verpflichtet. Denzel Dumfries hingegen zog es zu Real Madrid.
Um auf allen Hochzeiten tanzen zu können, wirbt Inter weiterhin um Liverpools Mittelfeldakteur Curtis Jones. Die Offensive ist mit Kapitän Lautaro Martinez und Marcus Thuram ohnehin prominent besetzt und wird durch die aufstrebenden Talente Pio Esposito und Ange-Yoan Bonny ergänzt. Neben dem dritten Meistertitel in vier Jahren will Inter vor allem das frustrierende Europapokal-Aus gegen den norwegischen Außenseiter Bodø/Glimt wiedergutmachen. Mittelfeld-Strategischer Hakan Calhanoglu gibt die Marschroute vor: "Das Ziel ist immer zu gewinnen und die Liga zu dominieren. In fünf Jahren habe ich hier acht Titel geholt und stand in zwei Champions-League-Finals – genau an diese Erfolge wollen wir anknüpfen."
Das Rennen um die Verfolgerplätze ist völlig offen. Inters Stadtrivale AC Milan setzt nach einem enttäuschenden fünften Platz nun auf den ehemaligen ManUnited-Coach Ruben Amorim. Um der Ladehemmung im Angriff entgegenzuwirken, griffen die Rossoneri tief in die Tasche und holten Portugals Nationalstürmer Gonçalo Ramos für die Vereinsrekordsumme von 74 Millionen Euro von Paris Saint-Germain.
Amorim zeigte sich bei seiner Vorstellung im Juni hochmotiviert: „Ich weiß genau, was dieser Klub bedeutet: Geschichte, Prestige und eine außergewöhnliche globale Fanbasis. Es ist eine Herausforderung, die ich mit Stolz annehme, und ich kann es kaum erwarten, die Leidenschaft von Milan jeden Tag zu leben.“ Nach Jahren der Frustration ist das Ziel klar: Alles andere als die Qualifikation für die Königsklasse wäre für den siebenfachen Europapokalsieger ein erneuter Rückschlag.
Trainerbeben bei Napoli, Neuanfang bei Juventus
Vizemeister SSC Neapel geht ebenfalls mit neuem Personal an der Seitenlinie in die Saison. Nach dem Abgang von Antonio Conte übernimmt Massimiliano Allegri das Ruder. Obwohl Allegri die Erfahrung von sechs Meistertiteln mit Juventus und Milan mitbringt, steht er nach seinem glücklosen Ende bei Milan unter Druck. Auf dem Transfermarkt hielt sich Napoli zurück: Romelu Lukaku zog es nach einem verletzungsgeprágten Jahr in die Türkei, womit Rasmus Højlund als Hoffnungsträger im Sturm für den Meister von 2025 gesetzt ist.
Auch für Juventus Turin ist die Rückkehr unter die Top Vier das absolute Minimum. Die „Alte Dame“ beendete die vergangene Spielzeit auf dem sechsten Rang – mit 18 Punkten Rückstand auf Inter – und kämpft trotz der Unterstützung der Agnelli-Familie weiterhin mit finanziellen Problemen. Der Kader wurde stark umstrukturiert: Großverdiener Dusan Vlahovic verließ den Klub, während im Gegenzug über 40 Millionen Euro für Frankreichs Angreifer Randal Kolo Muani investiert wurden.
Sollten die etablierten Größen schwächeln, stehen die Herausforderer bereit. Die AS Rom sicherte sich unter Gian Piero Gasperini zuletzt den dritten Platz. Für eine der faszinierendsten Geschichten sorgt das ambitionierte Projekt von Como: Geführt von Ex-Weltmeister Cesc Fàbregas feiert der Klub sein Debüt in der Champions League – nur sieben Jahre nach den Zeiten in der vierten Liga.
Ein Ausrufezeichen setzt zudem die ACF Fiorentina: Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum investierte der Klub über 120 Millionen Euro, um die katastrophale Vorsaison, die auf Tabellenplatz 15 endete, vergessen zu machen.
