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Trainer mit Europapokal-Erfahrung und namhafte Stars: Die Trümpfe des neuen Besiktas

Besiktas-Trainer Vincenzo Italiano mit Anweisungen an Vaclav Cerny
Besiktas-Trainer Vincenzo Italiano mit Anweisungen an Vaclav CernyAGIT ERDI ULUKAYA / ANADOLU VIA AFP

Vincenzo Italiano, der mit der Fiorentina bereits zwei europäische Endspiele erreichte, hat den Schritt auf die schwarz-weiße Seite Istanbuls gewagt. Für ihn ist es eine entscheidende Karrierestation: Mit hochkarätigen Neuzugängen will er den Traditionsklub in der Türkei und in Europa zurück in die Hauptrolle führen.

Über Deutschland und Sizilien an den Bosporus: Italiano ist einen historisch aufgeladenen Weg gegangen. Zur Blütezeit des Osmanischen Reiches dienten viele konvertierte Mittelmeer-Insulaner der Regierung in Istanbul. Italiano selbst wurde zwar in Deutschland geboren, wo sein Vater damals arbeitete, wuchs jedoch auf Sizilien auf. Dort legte er auch den Grundstein für seine Profikarriere.

Heute ist der 48-Jährige ein gestandener Cheftrainer, der für seinen mutigen Offensivfußball bekannt ist. Beşiktaş ist seine erste Auslandsstation – und gleichzeitig ein echter Transfercoup der Schwarz-Weißen. Der Druck war groß, schließlich hatte der Stadtrivale Fenerbahçe mit Namen wie Mason Greenwood, Nathan Aké und Romelu Lukaku mächtig aufgerüstet. Nachdem Italiano bei Napoli überraschend aussortiert worden war, nahm er die Herausforderung in Istanbul entschlossen an – und feierte umgehend einen erfolgreichen Einstand in der Liga.

Transferrausch bei Besiktas

Seit fast fünf Jahren wartet der Klub vom Nordwestufer Istanbuls auf einen nationalen Titel. Italiano soll der Mannschaft wieder eine offensive Ausrichtung einimpfen und den Fans Spektakel bieten. Zwar fielen die Ergebnisse in den ersten fünf Pflichtspielen pragmatisch aus – vier 1:0-Siege und ein 2:0 –, doch die Handschrift und die taktische Harmonie des Italianers sind auf dem Platz bereits deutlich zu erkennen.

Der Hype rund um den Klub schwelt ohnehin schon seit Wochen. Mit Spielern wie Leandro Trossard, Alexander Nübel, Orkun Kökçü, Dango Ouattara, Dušan Vlahović und Salih Özcan erlebte die Vodafone Arena einen wahrhaften Transferrausch – Vlahović und Özcan kamen sogar ablösefrei. Die Erwartungen sind berechtigt: In der Serie A bewies Italiano bei der Fiorentina und in Bologna eindrucksvoll, dass er Teams aus der oberen Tabellenhälfte nachhaltig formen und Kaderressourcen klug einteilen kann.

Die beiden Finals in der Conference League mit der Viola gingen zwar knapp verloren, waren aber der vorläufige Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn. Italiano versteht es, seine Kader punktgenau zu steuern und seine Teams gerade auf internationaler Bühne zu Höchstleistungen zu treiben. Im anstehenden Europa-League-Qualifikationsduell gegen Žalgiris Kaunas wird genau diese taktische Finesse der Schlüsselfaktor sein.

Mit dem Elan eines englischen Managers bringt sich Italiano voll in die Vereinsorganisation ein. Sein Ziel ist klar definiert: Beşiktaş soll in der Saison 2026/27 national wie international wieder eine maßgebliche Rolle spielen. Ein besonderes Geschenk der Kaderplaner dürfte seine Vorfreude zusätzlich anfeuern: Die Verpflichtung von Dušan Vlahović als neuem Tore-Garanten.

Unter Italianos Regie erlebte der serbische Stürmer bei der Fiorentina seinen endgültigen Durchbruch, als er in der Hinrunde 2021/22 spektakuläre 20 Tore in 24 Spielen erzielte. Erst sein 70-Millionen-Euro-Wechsel zu Juventus Turin trennte das Erfolgsgespann. Nun erhält die hochgradig effiziente Achse eine zweite Chance, um an alte Erfolge anzuknüpfen.

Der Empfang des Starstürmers durch die Beşiktaş-Anhänger glich fast einer Erlöser-Inszenierung – als sei Vlahović gekommen, um Episches zu leisten. Ein Serbe im Herzen Istanbuls trägt dabei durchaus historische Symboldynamik in sich, blickt man auf die jahrhundertelange Geschichte des Balkans zurück. Doch im Hier und Jetzt gilt: Mit einem Italiener an der Seitenlinie und einem Serben im Sturmzentrum steht Beşiktaş bereit für eine sportliche Renaissance in der Türkei und in Europa.