"Ich freue mich sehr darüber, dass einige Klubs Interesse an mir haben", sagt Bouaddi, doch mit seiner Zukunft will sich der Hochbegabte noch nicht beschäftigen: "Im Moment konzentriere ich mich ausschließlich auf die Weltmeisterschaft und darauf, alles zu geben." Seine nächste Bühne: Ausgerechnet das Duell im Viertelfinale gegen seine "Heimat" Frankreich (Donnerstag, 22.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV).
Zum Match-Center: Frankreich vs. Marokko
Für Bouaddi ist der Showdown vor den Toren Bostons nicht irgendein Spiel. Der 18-Jährige wurde in der Nähe von Paris geboren, in Frankreich ausgebildet, und er war noch im März Kapitän der U21-Nationalmannschaft von Les Bleues - nun soll das Mittelfeld-Genie plötzlich Kylian Mbappé und Co. stoppen.
Entscheidung nach Deschamps-Korb
"Ich bin wirklich stolz, für Marokko zu spielen", sagt Bouaddi, der im Mai nicht von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps in den WM-Kader berufen wurde und sich daraufhin für das Geburtsland seiner Eltern entschieden hat: "So Gott will, werden wir so weit wie möglich kommen."
Bei der WM 2022 wurden die "Löwen vom Atlas" erst im Halbfinale gezähmt - von Frankreich. Nun soll die Revanche her - mit Bouaddi, den sie nicht nur bei seinem Klub in Lille "Le Chef" nennen. Mit seiner schlaksigen Statur und seiner Wuschelmähne dirigiert er schon jetzt Marokkos Mittelfeld wie ein Großer, sieht freie Räume, trifft schnelle und vor allem kluge Entscheidungen, scheint auch unter Druck nicht nervös zu werden und verliert kaum einmal den Ball. Mit seiner Spielweise erinnert Bouaddi nicht wenige an Toni Kroos.
Supertalent mit Superhirn
"Er ist erst 18, aber sehr ruhig und ausgeglichen – jemand, der bereits enorm viel Erfahrung besitzt", sagt Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi: "Bei ihm muss man nichts ständig wiederholen. Er ist ein sehr intelligenter Junge." Und das kann man bei Bouaddi wortwörtlich nehmen. Schließlich machte er schon mit 16 Jahren und Topnoten Abitur, gewann einen Rhetorikwettbewerb und wurde dafür im Élysée-Palast geehrt, neben dem Fußball studiert Bouaddi zudem Mathematik.
"Wenn du nebenbei lernst, hält das deinen Geist wach", sagt Bouaddi: "Mir kann Mathe helfen, das Spiel schneller zu verstehen, vor allem taktisch." Jetzt will das Superhirn auch seine "Heimat" Frankreich stoppen.
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