ÖFB: Zwischen Rangnicks offener Zukunft nach der WM und Taylor Swift

Ralf Rangnicks Zukunft als ÖFB-Nationaltrainer nach der WM ist offen.
Ralf Rangnicks Zukunft als ÖFB-Nationaltrainer nach der WM ist offen.REUTERS/Annegret Hilse

Die Laune bei Ralf Rangnick und David Alaba war bestens. Der offizielle WM-Song der österreichischen Nationalmannschaft sorgte beim Trainer und seinem Kapitän im Trainingscamp für einige herzhafte Lacher. "You may have Taylor Swift, but we've got Gregoritsch, you've got Kendrick Lamar, but we've got Alaba", heißt es in "Stripes and Stars" von Austro-Pop-Star Paul Pizzera. Oder: "You may have Britney bitch, we've got Arnautovic."

Der typische österreichische Schmäh kommt beim deutschen Trainer sehr gut an. "Das ist eine coole Geschichte", sagte Rangnick mit einem Schmunzeln - auch über seine Liedzeile: "You may have John Wick, we've got Coach Ralf Rangnick." Wie lange der 67-Jährige den Österreichern allerdings noch erhalten bleibt, ist DIE Frage rund um das noble Ritz-Carlton-Hotel Bacara im kalifornischen Goleta vor dem WM-Auftakt am 17. Juni gegen Jordanien.

Rangnicks Vertrag läuft nach der WM aus. Ihm liegt eine unterschriftsreife Verlängerung des Österreichischen Verbandes (ÖFB) bis zur EURO 2028 vor, doch bislang hat der von einigen Topklubs umworbene Rangnick seine Zukunft offengelassen. Das kolportierte Interesse der AC Mailand dürfte sich immerhin erledigt haben. Milan soll vor einer Verpflichtung von Oliver Glasner stehen, hieß es am Mittwoch aus Italien.

Rangnick lässt Österreich träumen

ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll reist am Sonntag ins Teamquartier nahe Santa Barbara, um bei seinem begehrten Trainer schon vor dem Turnierstart weitere Überzeugungsarbeit zu leisten. Dabei ist ihm klar, "dass wir finanziell mit einem internationalen Großklub nicht mithalten können", wie er dem ORF sagte. Dennoch sei er "optimistisch", so Pröll: "Wir wissen, was wir aneinander haben, weil wir sehr offen und direkt die Dinge miteinander besprechen, in einem sehr positiven Klima."

Rangnick hat das ÖFB-Team um die Stars Alaba, Konrad Laimer und Marcel Sabitzer erstmals seit 1998 wieder zu einem WM-Turnier geführt. "Seine Verpflichtung kam genau zum richtigen Zeitpunkt, um unsere Entwicklung weiter voranzutreiben – und war wahrscheinlich das fehlende Puzzleteil", sagte der frühere Bayern-Profi Alaba bei Sports Illustrated Deutschland.

Auch der Bremer Marco Friedl, einer von 13 Bundesliga-Profis im ÖFB-Kader, ist voll des Lobes. "Es ist kein Zufall, dass wir nach Jahren eine gute Europameisterschaft gespielt haben und zur Weltmeisterschaft zurück sind", sagte er in Sport Bild. Deshalb würden "in der Kabine alle hoffen, dass er bei uns bleibt".

Rangnicks Fokus gilt aber erst einmal dem Turnier, in dem die Österreicher in Gruppe J gegen Jordanien, Weltmeister Argentinien (22.6.) und Algerien (28.6.) spielen. Es gehe nun darum, betonte Rangnick, "zu überraschen. Viele Nationen haben uns noch nicht wirklich auf dem Schirm". Sein Ziel: "In der K.o.-Phase möglichst weit kommen."

Gute Laune und reichlich Schmäh kann dabei sicher nicht schaden.