Doch abseits der 22 Akteure auf dem Rasen des AT&T Stadiums im texanischen Arlington zieht vor allem ein Mann im Rampenlicht die Blicke auf sich: Portugals Nationaltrainer Roberto Martínez. Für den gebürtigen Spanier aus Balaguer (Provinz Lérida) ist dieses Alles-oder-Nichts-Duell hochemotional.
Nach Stationen bei Swansea City, Wigan Athletic, dem FC Everton und der belgischen Nationalmannschaft kämpft "Bob" nun an der Seitenlinie Portugals gegen sein eigenes Heimatland. Für die Seleção steht viel auf dem Spiel: Der Traum vom ersten Weltmeistertitel und dem vierten großen Triumph der Verbandsgeschichte – nach der EM 2016 und zwei Nations-League-Titeln, von denen Martínez den letzten selbst als Trainer holte – soll weiterleben.
Die historische Blockade: Sechs vergebliche Versuche
Martínez kämpft an diesem Abend jedoch nicht nur gegen eine spielstarke spanische Auswahl, sondern auch gegen ein historisches Gesetz. Der Fußball-Statistiker Míster Chip verdeutlicht die Schwere der Aufgabe: In der Geschichte der Weltmeisterschaften ist es noch keinem Nationaltrainer gelungen, sein eigenes Herkunftsland in einer K.-o.-Runde zu bezwingen. Sechs Trainer standen vor exakt derselben Herausforderung – und scheiterten allesamt:
WM 1938 (Frankreich): Der Ungar József Nagy führte die schwedische Nationalmannschaft bis ins Halbfinale, musste sich dort jedoch seiner Heimat Ungarn deutlich mit 1:5 geschlagen geben.
WM 1954 (Schweiz): Der Österreicher Karl Rappan stand als Nationalcoach des Gastgebers Schweiz an der Seitenlinie. Im Viertelfinale kam es zum legendären Duell gegen Österreich, das die Eidgenossen in einer torreichen Partie mit 5:7 verloren.
WM 1970 (Mexiko): Die brasilianische Fußball-Legende Didí trainierte die Auswahl Perus. Im Viertelfinale war jedoch gegen seine Landsleute der Canarinha Endstation – Peru unterlag mit 2:4.
WM 2006 (Deutschland): Der Argentinier Ricardo La Volpe führte Mexiko ins Achtelfinale. Dort traf er auf seine Heimat Argentinien und schied nach einem dramatischen Kampf mit 1:2 nach Verlängerung aus.
WM 2022 (Katar): Walid Regragui, in Frankreich geboren und aufgewachsen, aber international für Marokko aktiv, führte die „Löwen vom Atlas“ sensationell ins Halbfinale. Dort bedeutete das 0:2 gegen den späteren Vizeweltmeister Frankreich das Turnierende.
FIFA WM 2026
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko.
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WM 2026 (Nordamerika): Auch bei diesem Turnier schlug der Fluch bereits zu. Der in Sarajevo geborene Schweizer Staatsbürger Vladimir Petković coachte Algerien. Im Sechzehntelfinale scheiterten die „Wüstenfüchse“ jedoch mit 0:2 an den Eidgenossen.
Nun liegt es an Roberto Martínez, dieses historische Muster zu durchbrechen. Es bleibt abzuwarten, ob er den „Fluch des Nationaltrainers“ besiegen und Portugal ins Viertelfinale führen kann, oder ob die Statistik auch dieses Mal Recht behält.
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