WM-Schiri Felix Zwayer: Krämpfe im Rampenlicht – Kritik von Australiens Trainer

Felix Zwayer musste kurz vor Schluss wegen eines Krampfes behandelt werden.
Felix Zwayer musste kurz vor Schluss wegen eines Krampfes behandelt werden.REUTERS/Agustin Marcarian

Ein falscher Schritt, und plötzlich stand Felix Zwayer bei seinem WM-Debüt unfreiwillig im Mittelpunkt. Genau genommen: Er saß. Es lief schon die Nachspielzeit zwischen den USA und Australien (2:0), als der deutsche Schiedsrichter im Rasen hängen blieb und wenige Augenblicke später zu Boden sank. Der 45-Jährige musste sich augenscheinlich mit Krämpfen behandeln lassen. 69.000 Fans im Lumen Field in Seattle schauten interessiert zu - und auch die Kameras kannten kein anderes Motiv.

"Er ist in den Boden getreten, ich hoffe, er hat sich nichts getan", sagte Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich im Live-Kommentar bei MagentaTV. Assistent Christian Dietz und der australische Profi Aiden O'Neill eilten heran und halfen beim Dehnen der linken Wade, die vierte Offizielle brachte zudem ein schnelles Heilmittel - wohl Magnesium.

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Und dann erhob sich Zwayer irgendwann wieder, die Fans in Seattle feierten ihn gar, und joggend brachte er die letzten Minuten des Spiels zu Ende. Magenta-Experte Thomas Müller witzelte später über die ungewöhnliche Verletzungsunterbrechung. "Hinfallen ist das eine", sagte er, "aber Aufstehen das andere. Mir hat das Aufstehen etwas zu lange gedauert." Kollege Jürgen Klopp befürchtete indes negative Folgen für den weiteren Turnierverlauf: "Was muss ein Schiedsrichter tun, um weitere Spiele zu bekommen? Ich würde jetzt einfach mal annehmen, dass das natürlich nichts dazu beiträgt."

Lob aus Deutschland für Zwayer

Auch Zwayers Leistung wird natürlich Einfluss haben, zumindest Australiens Coach Tony Popovic war kein Fan. Nach Abpfiff beschwerte er sich lautstark bei Zwayer. "Ganz ehrlich: Der Schiedsrichter hat zu viele Gelbe Karten gezeigt", sagte der 51-Jährige, dessen Team vier der sieben Verwarnungen (Turnierrekord) sah, er warf dem Deutschen eine fehlende Linie vor.

Aus Sicht der Schiedsrichterexperten hatte Zwayer dagegen einen sehr guten Job gemacht. "Wirklich hervorragende Leistung von Felix. Viel laufen gelassen, gute Gelbe Karten, das war wirklich top", urteilte Ittrich. "Felix hatte mit seinem ersten WM-Spiel einiges an Arbeit zu verrichten, hat das gut gemacht", sagte der deutsche Schiedsrichter-Boss Knut Kircher dem SID.

Beim zweiten Treffer der USA durch Innenverteidiger Alex Freeman (44.) etwa hatte Zwayer mit seinem Team zunächst auf Abseits entschieden, das Urteil nach Rücksprache mit Videoassistent Bastian Dankert dann jedoch revidiert. "Die Schiedsrichter-Leistung war sehr gut", meinte auch ARD-Experte Bastian Schweinsteiger - konnte sich ein Augenzwinkern mit Blick auf die Szene kurz vor Schluss aber nicht verkneifen: "Da hat er ein Highlight gesetzt."

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