"Auf Glauben gebaut": USA siegen und träumen – Pochettino hat Geist verinnerlicht

Mauricio Pochettino feiert nach dem Spiel mit den Fans der USA.
Mauricio Pochettino feiert nach dem Spiel mit den Fans der USA.IMAGN IMAGES via Reuters/Troy Wayrynen

Mauricio Pochettino hielt noch einmal inne. Zufrieden winkte der Trainer der USA im Stadion von Seattle in die Menge, während über 60.000 Fans sowie Spieler und Betreuer inbrünstig den Klassiker "Take Me Home, Country Roads" durch die Arena brüllten. Mit "U-S-A, U-S-A!"-Rufen heizte Pochettino den euphorisierten Fans anschließend noch einmal mächtig ein - und verschwand dann in den Katakomben.

In den USA, keinen anderen Schluss ließen die Szenen nach dem 2:0 (2:0) des Co-Gastgebers im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Australien zu, wächst gerade etwas zusammen. Etwas, das so bis vor wenigen Wochen nicht abzusehen war, das die Fans nun aber bereits vom eigentlich Unmöglichen träumen lässt. Und das auch den Mitbewerbern beim XXL-Turnier in Nordamerika nicht entgangen ist.

Zum Match-Center: USA vs. Australien

Die Amerikaner hätten es mit ihrem "sehr emotionalen Fußball mit viel Power" bisher "sehr gut gemacht", lobte Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem vorzeitigen Einzug des Hauptgastgebers in die K.o.-Phase. Nach dem furiosen Auftakt gegen Paraguay (4:1) habe Pochettinos Mannschaft gegen Australien die nächste "fantastische" Vorstellung gezeigt, schwärmte der ehemalige US-Nationaltrainer und Bundestrainer Jürgen Klinsmann: "Das sollte ihnen viel Selbstvertrauen geben."

US-Spieler feiern den Sieg
US-Spieler feiern den SiegIMAGN IMAGES via Reuters/Troy Wayrynen

Tatsächlich gehe dieses mittlerweile schon "durch die Decke", wie Torschütze Alex Freeman betonte. Doch nicht nur bei den Spielern, auch bei den Fans wächst zunehmend der Glaube an etwas Großes - nicht zuletzt durch den vorzeitig feststehenden Gruppensieg, begünstigt durch den Sieg Paraguays gegen die Türkei.

Erfolge gab es bislang gegen Paraguay und Australien, Teams, die noch nicht zu den größtmöglichen Aufgaben des Turniers zählen. Übertrieben ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten dennoch nicht, so sieht man es in den USA.

Pochettino: "Glauben, dass wir gewinnen können"

"Amerika ist auf Glauben aufgebaut", betonte der ehemalige Schalker Weston McKennie. Da sei es "egal, was irgendwer von außen sagt. Wir werden immer an uns selbst glauben und aneinander glauben." Diese Einstellung hat die US-Mannschaft nun bereits erstmals seit 1930 zu zwei Siegen in einer WM-Gruppenphase geführt, bis auf eine Halbzeit sogar ohne die Mithilfe von Starspieler Christian Pulisic. Wer könne da schon vorhersagen, was in diesem Sommer noch möglich ist?

"Wir müssen weiter daran glauben und jeden einzelnen Tag so angehen wie den ersten: im Glauben, dass wir gewinnen können", sagte Pochettino und ergänzte vielsagend: "Meine Träume haben sich nicht allzu sehr verändert."

Die seiner Spieler auch nicht. "Für mich war die Geschichte, als ich aufgewachsen bin, immer so: 'An die Sieger erinnert man sich'", sagte der erneut starke Folarin Balogun. "Ich weiß, dass das Land hinter uns steht und dass das Land in jedem Spiel stolz auf uns ist. Wir erreichen etwas. Aber für mich", so der Stürmer, "zählt im Moment nur der Titel."

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