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Rückkehr von Papa "Micho" in München: Ein Stück "Mia san Mia" für Leipzig

Mit Papa "Micho" in München: Ein Stück "Mia san Mia" für Leipzig
Mit Papa "Micho" in München: Ein Stück "Mia san Mia" für LeipzigČTK / imago sportfotodienst / PICTURE POINT / Sven Sonntag

Martin Demichelis verbrachte mehr als ein Jahrzehnt in München als Mitglied der Bayern-Familie. Am Samstag kehrt er als Chefcoach von RB Leipzig zurück.

Spuren der Bayern-DNA trägt Martin Demichelis noch immer in sich – und wenn man an den Erfolg des deutschen Rekordmeisters denkt, ist das für seinen neuen Job als Cheftrainer von RB Leipzig eigentlich nichts Schlechtes. "Die Bayern haben mir als junger Mensch die Chance gegeben, und ich bin dort gewachsen", sagte Demichelis der Sport Bild vor seiner Rückkehr nach München beim "Telekom Cup" am Samstag (15.30 Uhr/MagentaTV): "Sätze wie 'Mia san Mia' bedeuten mir etwas. Deshalb ist es schon etwas Besonderes, in die Allianz Arena zu kommen, zumal es das erste Mal als Trainer ist."

Zum Match-Center: FC Bayern vs. RB Leipzig

"Großer Traum wieder nach Deutschland zu kommen"

Um Punkte geht es beim Härtetest bei seinem Ex-Klub zwei Wochen vor dem Bundesligastart nicht. Wie der Argentinier das beim FC Bayern verinnerlichte Selbstbewusstsein, die Siegermentalität, die Disziplin und die hohen Ansprüche bei RB einbringen will, soll dennoch schon in Ansätzen erkennbar sein. Diese Tugenden will er mit seiner eigenen Fußballidee verbinden, die auf Pressing, Intensität und Ballbesitz basiert.

Seit etwas mehr als einem Monat trägt der Nachfolger von Ole Werner die Verantwortung bei den Roten Bullen. Nach Stationen in Argentinien (River Plate), Mexiko (CF Monterrey) und Spanien (RCD Mallorca) ist es sein erster Job in der Bundesliga, in der er als Abwehrspieler 174 Mal für Bayern München auflief. "Für mich war es immer ein großer Traum, in die Bundesliga und wieder nach Deutschland zu kommen", sagte Demichelis.

Die lange Mähne von einst ist einem modernen Kurzhaarschnitt gewichen, graue Strähnen ziehen sich durch Bart und Haupthaar. Der 45-Jährige ist sichtbar gereift, hat das Herz eines Spielers aber nicht verloren. Im Training agiert "Micho" sehr aktiv, er schlägt Flanken, nimmt beim Warmmachen am Rondo teil und wirkt mit seiner Nähe zu den Profis mitunter wie ein Spielertrainer.

"Ein Trainer muss fast wie ein Papa sein"

"Ich habe nicht die Persönlichkeit, um Berater oder Manager zu sein. Ich genieße oft diese Momente mit dem Ball", sagte Demichelis, der sich bei seinem Führungsstil an Vorbild und Mentor Manuel Pellegrini orientiert. Ein guter Trainer müsse Kommunikation, Menschlichkeit, Taktik und Strategie vereinen, so Demichelis. Gerade auf die menschliche Ebene komme es im Saisonverlauf an: "Ein Trainer muss fast wie ein Papa sein."

Bei aller Nähe zu seinen Spielern steht Demichelis dennoch für klare Ansagen und sportliche Vorstellungen. Seine Idee fasst Demichelis mit "Intensität ist unsere Identität" zusammen: "Pressing ist eines meiner Lieblingsdinge als Trainer, aber wir müssen auch schönen Fußball spielen." Er selbst beschreibt sich als "Trainer mit Leidenschaft. So war ich auch als Spieler, und ich versuche, dass die Spieler diesen Beruf mit Leidenschaft leben."

Wozu das in Leipzig führt, bleibt abzuwarten. In der Bundesliga müsse man ehrlich sein. "Ich glaube, wir können uns nicht mit Bayern München messen", sagte Demichelis. Gleichzeitig wolle er für jeden Gegner unangenehm sein. "Für mich als Trainer wäre es ein Traum, dass jeder Gegner vor dem Spiel sagen muss: 'Da kommen die Roten Bullen.' Das wird heute nicht so einfach", so Demichelis.

Beim FC Bayern bekommt er es aber erst einmal mit der selbstbewussten 'Mia san Mia'-Mentalität zu tun.