Zahlenspiele zur XXL-WM: Kuriositäten, Trainer-Beben und reichlich Rekorde

Die WM 2026 bietet auch zahlentechnisch viel Interessantes.
Die WM 2026 bietet auch zahlentechnisch viel Interessantes.REUTERS/Leonardo Benassatto

48 statt 32 Teams, 104 statt 64 Spiele - dementsprechend fielen bei dieser erstmals ausgetragenenen XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada nur so die Rekorde. Tore, Zuschauer, Trainer-Beben: Flashscore gibt vor den Halbfinals einen Überblick in Zahlen.

ZUSCHAUER-MAGNET

Weil es so viele Spiele gab wie nie zuvor, fiel der Zuschauerrekord schon in der Vorrunde bei der DFB-Niederlage gegen Ecuador. Mehr als 6,5 Millionen Stadionbesucher wurden vor den Halbfinals in den 100 WM-Spielen gezählt - und damit weitaus mehr als bei der bisherigen Bestmarke der WM 1994 in den USA (3,59 Millionen).

Doch die Zahl trügt: Der Zuschauerschnitt liegt in diesem Jahr bei 65.274, die FIFA gab zuletzt eine Auslastung von 99,7 Prozent an. 1994 lag der Durchschnitt bei 68.991 Fans, diesen Wert kann das XXL-Turnier auch dann nicht mehr erreichen, wenn die Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Finale restlos ausverkauft sein sollten.

TORE, TORE, TORE

Vor den letzten vier Spielen sind bereits 291 Tore gefallen, die alte Bestmarke von 172 bei der WM 2022 in Katar wurde schon in der Vorrunde geknackt. 2,91 Tore pro Spiel ist dabei die höchste Trefferquote seit der WM 1970 (2,97), den unangefochtenen Rekord hält die WM 1954 (5,38).

Enzo Fernández erzielte beim 3:2 von Argentinien gegen Ägypten im Sechzehntelfinale das 3000. Tor der WM-Geschichte, dazu ist die WM 2026 das Wettballern der Stürmerstars: Lionel Messi mit 21 WM-Toren und Kylian Mbappé (20) haben den Rekord von Miroslav Klose (16) längst pulverisiert - und kämpfen mit jeweils acht Turniertreffern noch um den Goldenen Schuh. Letztmals mehr als acht Tore bei einer einzelnen WM erzielte Gerd Müller 1970 (10), den Rekord hält Just Fontaine (13/1958).

TRAINER-BEBEN

Julian Nagelsmann ist nur einer von inzwischen 16 Nationaltrainern, die ihren Posten im Zuge der WM verloren oder ihren Abschied angekündigt haben. Tunesien entließ Sabri Lamouchi gar während des Turniers, doch auch "Feuerwehrmann" Herve Renard konnte das Ruder in den verbleibenden beiden Gruppenspielen nicht mehr herumreißen.

Alle anderen Trainer zogen nach dem WM-Aus selbst die Konsequenzen oder erhielten keinen neuen Vertrag, neben dem nun ehemaligen Bundestrainer Nagelsmann erwischte es auch weitere große Namen wie Roberto Martínez (Portugal) oder Ronald Koeman (Niederlande). Zuletzt wurde Pape Thiaw (Senegal) am Sonntag entlassen.

SONSTIGE REKORDE

Karibikstaat Curacao stieg zum kleinsten WM-Teilnehmer der Geschichte auf, Kap Verde erreichte als kleinstes Land jemals sogar die K.o.-Runde - beide profitierten dabei natürlich auch vom neuen Modus. Messi und Cristiano Ronaldo spielten ihre sechste WM, Ronaldo erzielte als einziger der beiden jedoch immer mindestens ein Tor.

Spaniens Torhüter Unai Simon blieb bis zum Viertelfinale gegen Belgien 649 Minuten ohne Gegentor, den vorherigen Rekord hielt der Italiener Walter Zenga (1990/517 Minuten). Curacaos Torhüter Eloy Room sammelte beim 0:0 gegen Ecuador mit 15 Paraden die meisten in der regulären Spielzeit einer WM-Partie, sein Trainer Dick Advocaat löste mit 78 Jahren Otto Rehhagel als ältesten WM-Coach ab.

Mbappé lief mit 37,6 km/h schneller als je ein WM-Spieler zuvor, dazu purzelten vor allem im Gastgeberland USA die TV-Quoten.

KURIOSES

Frankreich, Spanien, England und Argentinien haben schon vor dem finalen Endspurt des Turniers Geschichte geschrieben. Erstmals seit der Einführung der FIFA-Weltrangliste 1992 stehen nämlich die Top vier gemeinsam im Halbfinale einer Weltmeisterschaft.

Erstmals spielten zudem sieben Brüderpaare bei derselben Endrunde, nur drei von ihnen allerdings im selben Team. Der Niederländer Brian Brobbey und sein für Ghana spielender Halbbruder Derrick Luckassen waren die ersten Brüder, die bei einer WM für verschiedene Nationen trafen. 14 Eigentore sind historischer Negativrekord.