Es gab eine Zeit, da wurde das Rückgrat der Seleção das Quinas noch in Portugal gebaut. 2004 spielte der Kern bei Champions-League-Sieger FC Porto, 2016 stellte Sporting Lissabon einen Großteil der Mannschaft, die in Frankreich den ersten großen Titel der portugiesischen Fußballgeschichte holte. Heute, bei der WM 2026, gibt es einen neuen Einfluss im Team von Roberto Martínez: den zweifachen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain.
Das französische Topteam ist mit vier Spielern im portugiesischen Kader vertreten – und das nicht nur quantitativ. Nuno Mendes, Vitinha und João Neves sind als Schlüsselspieler für die Startelf fest eingeplant, während Gonçalo Ramos als natürliche Alternative für den Angriff gilt – auf einer Position, die weiterhin von der lebenden Legende Cristiano Ronaldo geprägt ist.
FIFA WM 2026
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko.
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Portugal bringt zur WM nicht nur vier Akteure mit, die sich gut kennen, sondern vier Spieler, die sich in den letzten Jahren in einem der besten Teams der Welt durchgesetzt haben. Auch deshalb steigt mit diesem Quartett die Verantwortung für das Team, das als einer der Top-Favoriten auf den Titel nach Nordamerika reist.
Nuno Mendes: Der explosive Außenspieler
Mit 23 Jahren steht Nuno Mendes bereits vor seiner vierten Endrunde eines großen Nationalmannschaftsturniers und reist als einer der weltweit besten Spieler auf seiner Position zur WM 2026. Der Linksverteidiger bietet Roberto Martínez eine seltene Kombination: Er kann verteidigen, sorgt konstant für Tiefe auf der Außenbahn und ist in der Lage, auch in zentrale oder offensive Zonen vorzustoßen.
Ausgebildet bei Sporting Lissabon, entspricht Nuno Mendes nicht dem klassischen Außenverteidiger-Prototyp. Dank seiner Explosivität, Physis und seinem Gespür für offensive Momente ist er eine ständige Gefahr im Spielaufbau und Angriff, treibt das Team nach vorne und schafft Überzahlsituationen. In einem Portugal, das gerne den Ball besitzt und sich im gegnerischen Drittel festsetzt, kann diese Tiefe entscheidend sein.

Vitinha: Der Taktgeber
Manche sagen, er sei der beste Mittelfeldspieler der Welt. Andere sind überzeugt, dass er sogar der beste Spieler überhaupt ist. Fakt ist: Vitinha, der beim Ballon d'Or 2025 Dritter wurde, kommt in absoluter Topform zur Weltmeisterschaft. In Paris ist er zum Dirigenten der Mannschaft geworden, gibt das Tempo vor, steuert den Spielaufbau und verbindet die Mannschaftsteile.
Er ist herausragend darin, zu entscheiden, wann er das Spiel beschleunigt, wann er das Tempo herausnimmt und wann er Druck auf sich zieht, um Mitspieler freizuspielen. Für PSG ist er unverzichtbar geworden – und genau diese Rolle soll er auch im portugiesischen Nationalteam übernehmen, vor allem in einer Endrunde, in der Details und emotionale Momente entscheidend sind. Einen Spieler dieser Klasse im Mittelfeld zu haben – neben Namen wie João Neves, Bruno Fernandes und Bernardo Silva – ist ein echter Luxus.

João Neves: Das Gleichgewicht im Team
João Neves ist der Jüngste dieses Quartetts, doch seine 21 Jahre spiegeln nicht die außergewöhnliche Reife wider, die er auf dem Platz zeigt. Bei Paris bestätigt er alles, was er schon bei seinem Durchbruch bei Benfica Lissabon angedeutet hatte: Intensität gegen den Ball, Pressingstärke und Aggressivität. Ihn aber nur auf Defensivarbeit zu reduzieren, wäre nicht gerecht.
Seine Passstatistik aus der letzten Ligue-1-Saison zeigt einen Spieler mit enormer Beteiligung am Spielaufbau: 1.039 Pässe bei 91 % Erfolgsquote. Diese Zahlen stehen nicht nur für Quantität, sondern auch für Qualität in seinen Entscheidungen. Überträgt man das auf die Nationalmannschaft, gibt João Neves Portugal die Fähigkeit, hoch zu pressen, schnell den Ball zu erobern und den diesen anschließend zu kontrollieren. Er ist der Typ Mittelfeldspieler, der einer Mannschaft Dominanz ermöglicht, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Gonçalo Ramos: Die Alternative mit Torriecher
Portugals Nummer 9 startet unter anderen Voraussetzungen als die übrigen Spieler. Da Cristiano Ronaldo weiterhin die zentrale Offensivrolle einnimmt, ist der Stürmer aus der französischen Hauptstadt eher eine Option als ein unumstrittener Stammspieler. Dennoch ist seine Bedeutung nicht zu unterschätzen. In einem langen Turnier mit unterschiedlichen Spielsituationen bringt Gonçalo Ramos sehr wertvolle Eigenschaften ein.
Seine Ballkontaktkarte aus der Ligue 1 2025/26 zeigt einen Stürmer, der ständig abschlussbereit ist, aber auch außerhalb des Strafraums mitwirkt. Er ist also nicht nur ein klassischer Strafraumstürmer. Er arbeitet mit nach hinten, bindet Mitspieler ein, attackiert Räume und sorgt für mehr Beweglichkeit in der Offensive. Für Roberto Martínez kann er eine wichtige Alternative sein, wenn Portugal mehr Pressing im gegnerischen Spielaufbau, Tiefenläufe oder frische Präsenz im Strafraum benötigt.

PSG-Marke
Portugal wird durch das Quartett nicht zu einem zweiten PSG, wird aber besser die eigene Wettbewerbsidentität verstehen. Die vier Spieler bringen Intensität, Spielintelligenz, Beweglichkeit und eine klare Gewöhnung an Spiele auf höchstem Niveau – Zutaten, die Roberto Martínez in eine mit Talent gespickte Auswahl einbringen kann.
Zum Match-Center: Portugal vs. DR Kongo
