Nico Hülkenberg kennt sich mit Durststrecken allzu gut aus. Jahrelang war der Emmericher erfolglos seinem ersten Podestplatz in der Formel 1 hinterhergefahren.
Immer wieder löste sich auf schmerzhafte Weise der Traum vom Treppchen in Luft auf – bis im vergangenen Jahr im 239. Anlauf der Knoten platzte.
Gut zwölf Monate später muss sich Hülkenberg nun wieder in Geduld üben, schließlich herrscht in der Saison, in der er mit dem neuen Audi-Team auftrumpfen wollte, weiter gähnende Leere auf seinem Punktekonto.

Zweifel will Hülkenberg (noch) nicht aufkommen lassen. Umso wichtiger ist dafür ein Befreiungsschlag beim Großen Preis von Ungarn am Sonntag (15 Uhr MESZ/Sky).
"Es ist das letzte Rennen vor der Sommerpause", sagt der einzige deutsche Pilot im Feld, "daher liegt der Fokus darauf, die Aufgabe zu erledigen und uns etwas Positives mit in die zweite Saisonhälfte zu nehmen."
Die Hoffnung lebt bei Hülkenberg, schließlich ist beim Ringe-Rennstall ja auch nicht alles schlecht. Nach einigen Problemen kommt der Audi in den letzten Wochen besser in Fahrt.
Bortoleto hat bereits zugeschlagen
Hülkenbergs brasilianischer Teamkollege Gabriel Bortoleto überzeugte zuletzt mit zwei achten Plätzen in Großbritannien und Belgien.

"Die letzten Rennen haben gezeigt, welche Fortschritte unser Team gemacht hat", sagt Racing Director Allan McNish, "es ist ermutigend zu sehen, dass sich dies in konkreten Ergebnissen niederschlägt." Bislang aber eben nur bei Bortoleto.
Gerüchte um Sainz lassen Hülkenberg kalt
Bei Nico Hülkenberg herrscht beim Blick auf die Ergebnisliste Frust. Entweder er erreichte auf den Plätzen elf bis 13, also in unmittelbarer Nähe zu den Punkten, das Ziel – oder sein Audi gab vorzeitig den Geist auf. Und so brodelte zuletzt auch die Gerüchteküche, dass Williams-Pilot Carlos Sainz ab 2027 statt Hülkenberg für Audi fahren könnte.

"Wir fangen gerade erst an. Das ist unser erstes Jahr als Team", sagt Hülkenberg: "Außerdem sind die Verträge klar."
