"Du solltest damit nicht hüpfen", riet Johnson der Olympia-Zweiten Emma Aicher, die ihre Silbermedaille in der Abfahrt daher bei der Party am Sonntagabend bald in Sicherheit brachte. Mit Erfolg: "Meine ist ganz, ich kann mich nicht beschweren", sagte Aicher am Montagmorgen.
An Johnsons Medaille war wie bei Andersson der dünne Steg kurz nach der Siegerehrung im Überschwang der Gefühle gebrochen. Strelows Medaille löste sich bei der wilden Feier im Deutschen Haus vom Band. Teamkollege Philipp Nawrath gab am nächsten Morgen aber Entwarnung: "Ich hoffe und glaube, dass das relativ schnell wieder zusammenzusetzen war. Einen kleinen Schwund gab es, aber das ließ sich alles beheben."
Olympia-Veranstalter "arbeiten daran"
Auch der ersten deutschen Goldmedaille geht es bislang noch gut. "Das Band sieht ein bisschen Arsch aus. Das liegt aber nicht an der Qualität, sondern daran, dass sie so viel rumgereicht wurde", sagte Rennrodler Max Langenhan.
Die Veranstalter sind sich des Materialproblems "bewusst", wie Andrea Francisi versicherte. Der Chief Games Operations Officer ergänzte: "Wir untersuchen, worin genau das Problem besteht. Es ist wichtig, dass bei der Medaillenübergabe alles perfekt abläuft, denn das ist wohl einer der wichtigsten Momente für die Athleten." Francisi versprach: "Wir arbeiten daran."
Die Olympia-Plaketten wurden vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato hergestellt, der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens. Für die Produktion wurden recycelte Metalle aus eigenen Produktionsabfällen verwendet. Alle Medaillen haben einen Durchmesser von 80 Millimetern und eine Dicke von rund zehn Millimetern.
Gewicht und Materialwert unterscheiden sich je nach "Farbe": Die Goldmedaille besteht aus 500 Gramm Feinsilber und sechs Gramm Feingold und würde rund 1800 Euro kosten, Silber wurde aus 500 Gramm Feinsilber geschmiedet und käme auf 1000 Euro. Bei Bronze, das aus Kupfer besteht, sind es 420 g und nur vier Euro.
