Hajime Moriyasu (Japan)
GEBURTSDATUM: 23. August 1968
NATIONALITÄT: Japan
IM AMT SEIT: Juli 2018
TAKTISCHES PROFIL: Konterspiel und Pragmatismus
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Dreimal Japanischer Meister 2012, 2013, 2015 (Hiroshima), Vize-Asienemeister 2019, WM-Achtelfinale 2022 (Japan)
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Das Mysterium des Notizblocks
Hajime Moriyasu ist eine absolute Ausnahmeerscheinung im Fußball-Business. Der 57-Jährige war einst ein defensiver Mittelfeldspieler, der stets pflichtbewusst seine Aufgabe erfüllt hat – eine Tugend, die ihn auch als Coach und in seinem Privatleben antreibt.
Moriyasu wurde in Hiroshima geboren. Dass die Stadt durch den ersten Atombombenabwurf der Geschichte im Jahr 1945 vollständig zerstört wurde, hat ihn nachhaltig geprägt. Er ist ein Musterbeispiel für Bescheidenheit, ist in Japan oft in der Öffentlichekti beim Einkaufen oder beim Radfahren zu sehen und leistet viel soziales Engagement.
Nachdem er seinen Heimatklub Sanfrecce Hiroshima trotz geringen Budgets dreimal zur Meisterschaft geführt hatte, bekam er 2018 die Gelegenheit, die japanische Nationalmannschaft zu übernehmen. Bei der WM 2022 erreichte Moriyasu schließlich den größten Erfolg seiner bisherigen Trainerkarriere. Die Gruppenphase beendete seine Mannschaft noch vor Spanien und Deutschland auf dem ersten Platz.
Zu verdanken war das vor allem seinem sensationellen In-Game-Coaching. Während der Partien machte sich Moriyasu fast ununterbrochen Notizen. Er analysierte taktische Kniffe und sorgte später mit seinen Umstellungen und Einwechslungen für spektakuläre Erfolge.

Das Notizbuch erlangte in seiner Heimat große Berühmtheit, binnen weniger Tage war das schlichte Modell der Traditionsmarke Kokuyo im ganzen Land ausverkauft. In Anspielung auf einen berühmten Manga wurde es von den Fans ehrfürchtig "Moriyasus Death Note" genannt.
Nach dem Ausscheiden im WM-Achtelfinale sorgte Moriyasu mit einer weiteren Geste für einen ikonischen Moment. Während seine Spieler die Niederlage im Elfmeterschießen betrauerten und weinend auf dem Rasen hockten, richtet sich der Trainer an die eigenen Fans: Er verbeugte sich im perfekten 90-Grad-Winkel. Diese "Saikeirei" genannte Verbeugung gilt in Japan als das Zeichen höchster Dankbarkeit und aufrichtigen Respekts.
