Nur der letzte Schritt fehlt: Titeljagd der Füchse geht weiter

Die Füchse Berlin mussten sich im Finale der EHF Champions League dem FC Barcelona geschlagen geben.
Die Füchse Berlin mussten sich im Finale der EHF Champions League dem FC Barcelona geschlagen geben.REUTERS/Thilo Schmuelgen

Länger als eine halbe Stunde schritt Mathias Gidsel mit der Silbermedaille um den Hals von Mikrofon zu Mikrofon. Doch auf die entscheidende Frage hatte auch der Welthandballer der Füchse Berlin zunächst keine Antwort. "Wie macht man den letzten Schritt? Das weiß ich nicht", sagte Gidsel nach dem zweiten verlorenen Champions-League-Endspiel in Folge. Der ambitionierte Hauptstadtklub hat sich endgültig in der internationalen Spitze etabliert, doch Europas Handball-Thron, der ersehnte erste Triumph in der Königsklasse - er bleibt vorerst unerreicht.

Noch in den Katakomben der Kölner Lanxess Arena schworen sich die Berliner nach dem 34:37 (16:20) gegen den Rekordsieger FC Barcelona im Teamkreis ein. Die Jagd nach dem letzten fehlenden Titel im Füchse-Trophäenkabinett ist nur vertagt, nicht aufgegeben: "Für mich geht es immer darum, noch einmal zurückzukommen. Wenn wir vier-, fünf-, sechsmal hier zurück sind, dann hoffe ich, dass es einmal klappt", sagte Gidsel.

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Vorerst überwog die Enttäuschung. "Es fühlt sich wirklich, wirklich mies an. Es tut einfach weh", sagte Nationalspieler Tim Freihöfer: "Wir waren nah dran, hatten aber gleichzeitig das Gefühl, dass Barca immer die Oberhand behielt."

Gidsel über Barcelona: "Eiskalt"

Gegen das katalanische Starensemble um den künftigen Berliner Dika Mem, der ab 2027/28 für die Füchse spielen wird, erwischte Berlin vor allem offensiv einen schwachen Start. "Sie haben mit Abstand die beste Abwehr der Welt", analysierte Trainer Nicolej Krickau: "Die ersten 15 Minuten waren entscheidend". Insbesondere Torhüter Emil Nielsen stoppte die Berliner Angriffe immer wieder mit 14 Paraden.

"Wir hatten fest geglaubt, dass dies unser Jahr werden könnte. Aber wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die an solche Ereignisse gewöhnt ist – sie waren schon so oft hier und haben im Finale wirklich eiskalt agiert", sagte Gidsel: "Das ist echt hart. Ich fühle mich momentan ein bisschen leer. Körperlich, mental".

Gleichzeitig empfanden die Füchse nach einer turbulenten Spielzeit auch Stolz. Der Hauptstadtklub ging als Meister in die Saison 2025/26 und stand plötzlich vor großen (hausgemachten) Problemen. Neben sportlichen Dämpfern sorgte die Doppel-Entlassung von Trainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar für ein Beben.

Doch Berlin fand zurück in die Spur, gewann den DHB-Pokal und erreichte erneut das Final Four der Champions League. Dass es nach der Endspielniederlage 2025 gegen den SC Magdeburg erneut nicht zum ganz großen Wurf reichte, "gehört zum Sport", sagte Gidsel.

Kapitän Max Darj erinnerte daran, "dass wir in dieser Saison erneut eines der besten Teams in Europa waren. Wir haben gezeigt, dass wir nicht weit vom Titelgewinn entfernt sind". Dafür wollen die Füchse wiederkommen, im Zweifel "vier-, fünf-, sechsmal".