
HSG Graz
Nach einem Sommer mit spürbarem Kaderumbau geht Risto Arnaudovski erstmals eine komplette Saison als Cheftrainer an – im Mai hatte er das Amt zunächst interimistisch übernommen. Seine Handschrift soll sich in „Disziplin, Leidenschaft und dynamischem Handball" zeigen. Der größte Neuzugang ist zugleich ein echter Coup: Mit Martin Breg wechselt ein 33-jähriger Steirer nach 23 Jahren bei den BT Füchsen zur HSG und bringt jede Menge Erfahrung mit in die Landeshauptstadt. „Ich habe nach wie vor große Lust auf Handball", so Breg zu seinem späten Vereinswechsel.
Auf der Abgangsseite verliert Graz mit Matej Galina einen Stammspieler an den SC Ferlach, zudem wechseln Borjan Damjanoski und Max Kelich zu den BT Füchsen. Jakob Rosenberger setzt seine Karriere bei HIB Handball Graz fort, Florian Schimmel und Theodor Schweighofer beenden ihre aktiven Laufbahnen.
Direkt zum Auftakt wartet ein Hammerlos: Am 5. September empfängt die HSG im Raiffeisen Sportpark Cupsieger UHK Krems. „Top motiviert für den ersten Kracher", zeigt sich Arnaudovski vor der Partie.

HSG Lipizzanerheimat
Bei den Weststeirern prallen zwei Erwartungshaltungen aufeinander. Präsident Otto Kresch gibt die Kampfansage aus: „Wir wollen Meister werden! Und wenn es diese Saison nicht klappt, dann vielleicht in der nächsten." Cheftrainer Janos Gyurka bleibt dagegen bewusst zurückhaltender und peilt als realistisches Ziel das Halbfinale an – dort könne dann „alles passieren". Der Widerspruch zwischen Präsident und Trainer dürfte die Geschichte der Saison in Bärnbach mitschreiben.

Um die großen Ambitionen zu untermauern, investierte der Verein in fünf internationale Neuzugänge. Mit Kenan Pajt kommt viel internationale Erfahrung auf die Rechtsaußen-Position: Der 28-jährige Slowene bringt Schnelligkeit, Dynamik und Erfahrung aus dem nationalen wie internationalen Handball mit. Dazu stoßen Jannis Kirchhoff, Pavle Petrovic (von LINZ), Tumi Rúnarsson (von Hard) und Rückkehrer Domen Knez (von Krems) zum Kader. Adi Omeragic wagt dagegen den Schritt ins Ausland und wechselt nach Spanien, auch Milan Golubovic verlässt den Verein.
Rund sieben Wochen und sieben Testspiele blieben dem Trainerteam, um die neu formierte Mannschaft einzuspielen. Zum Saisonauftakt geht es zum Aufsteiger WAT Atzgersdorf.

WAT Atzgersdorf
Der Wiener Klub ist die große Überraschung im Teilnehmerfeld: Nach dem Aufstieg aus der HLA Challenge feiert Atzgersdorf sein Comeback in der höchsten österreichischen Spielklasse – zum ersten Mal seit 1962. Damit treten Damen und Herren des Vereins erstmals gleichzeitig in der jeweils höchsten heimischen Liga an, ein besonderer Meilenstein für den Traditionsklub.
Für die Premierensaison rüstete Atzgersdorf spürbar auf. Mit Julian Schiffleitner kommt ein Spieler mit reichlich MEISTERLIGA-Erfahrung: Nach vier Jahren bei den BT Füchsen wechselt er in den Wiener Süden. Dazu begrüßt der Klub mit Konstantin Lenk, Felix Irlacher, Linus Weber, dem leihweise von den Fivers gekommenen Lorin Lichtblau und Dominik Dömötör gleich fünf weitere Neuzugänge. Peter Keresztes und Felix Breitegger beenden ihre aktiven Karrieren.
Ihr erstes Meisterliga-Heimspiel seit über sechs Jahrzehnten bestreitet Atzgersdorf gegen die HSG Lipizzanerheimat.


JAGS Vöslau
Der amtierende Meister startet mit breiter Brust in die Titelverteidigung. Beim Supercup Ende August ließ Vöslau mit einem klaren 35:31 gegen Cupsieger FÖRTHOF UHK KREMS keine Zweifel an der eigenen Form aufkommen und feierte damit den bereits 14. Pflichtspielsieg in Serie. „Wir spielen mega schnell, machen wenig technische Fehler, und das zeichnet uns derzeit aus", erklärt Moritz Bachmann die Erfolgsformel – und stellt klar: Der Titelverteidiger ist „hungrig auf weitere Titel".
Personell musste der Meister aber einige prominente Abgänge verkraften. Kapitän Fabian Schartel, der die JAGS maßgeblich zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte führte, beendete seine aktive Karriere. Nach 17 Jahren im Verein verabschiedet sich auch Raphael Muck, Jan Kovacec zieht es ins Ausland, dazu verlassen Moritz Doblhoff-Dier und Christoph Barta den Meister. Nach 30 Jahren im Handball beendet zudem Romas Kirveliavicius seine Karriere. Als Ersatz kommen mit Chrysanthos Tsanaxidis ein 198 Zentimeter großer griechischer Deckungsspezialist von Olympiakos SFP und mit Joan Amigo Boada ein spanischer Rückraumspieler von Besiktas JK.
Zum Ligaauftakt empfangen die JAGS am 4. September Handball Tirol.

SC Ferlach
Nach dem starken dritten Platz der Vorsaison wollen die Kärntner keinen Rückschritt machen. Vereinspräsident Walter Perkounig bringt die Erwartungshaltung auf den Punkt: „Wenn man einmal Dritter war, will man in der nächsten Saison nicht Achter sein." Cheftrainer bleibt Miro Barisic, der den Umbruch im Kader moderat hält.
Zwischen den Pfosten gibt es prominente Verstärkung: Mit Arne Fuchs wechselt ein 201 Zentimeter großer Torhüter vom Schweizer Erstligisten GC Zürich nach Kärnten und bildet künftig gemeinsam mit Michal Konecny das Torhüter-Duo. Dazu verstärkt der wurfstarke slowenische Aufbauspieler Izidor Budja den Rückraum. Auf der anderen Seite kehrt Tine Gartner nach einer Saison in Kärnten zurück in seine slowenische Heimat, auch Gasper Dobaj und Luka Pernovsek verlassen den Verein. Leander Krobath und Adonis Gonzalez beenden ihre aktiven Karrieren.
Die breite Basis bleibt dabei die eigene Jugend: Rund 80 Nachwuchsathletinnen und -athleten sind bei Ferlach in verschiedenen Altersklassen im Einsatz. Zum Saisonauftakt empfängt der SC Ferlach den HC Linz.


Handball Tirol
Die Adler erwischt es zum Auftakt der neuen Saison mit voller Wucht: Am 4. September geht es auswärts direkt zum Titelverteidiger JAGS Vöslau. Cheftrainer Christoph Jauernik nennt die Marschroute für den schweren Gang zum Meister: „Es ist sehr wichtig, dass wir Klarheit in unseren eigenen Abläufen haben, gute Abwehrarbeit, effektives Angriffsspiel und Kontrolle über das Tempospiel von Vöslau." Kapitän Emanuel Petrusic zeigt sich dennoch zuversichtlich: Die Vorbereitung sei insgesamt gut verlaufen, man habe das Supercup-Spiel der JAGS genau analysiert und reise „mit gutem Gefühl" nach Bad Vöslau, um dort zu gewinnen.
Im Kader setzen die Tiroler auf punktuelle Verstärkung im Rückraum: Mit Robin Leunissen kommt ein 25-jähriger Niederländer, der zuletzt in der 2. und 3. deutschen Liga aktiv war. Noch jünger ist Neuzugang Jonas Riecke: Der erst 21-jährige Linkshänder wechselt von der MT Melsungen nach Tirol und soll künftig auf der rechten Rückraumposition für Impulse sorgen. Auf Abgangsseite beendet mit Thomas Kandolf ein langjähriger Rückraumspieler seine aktive Karriere, auch Johannes Demmerer steht den Tirolern künftig nicht mehr zur Verfügung.
