"Kacke, nee Spaß!" – Snowboarderin Morgan verpasst sensationelle Medaille

Annika Morgan nach ihrem Auftritt im olympischen Slopestyle-Wettbewerb
Annika Morgan nach ihrem Auftritt im olympischen Slopestyle-WettbewerbREUTERS/Marko Djurica

Annika Morgan konnte nur noch warten und zittern, doch ein sensationelles Happy End blieb der Snowboarderin aus Mittenwald am Ende eines nervenaufreibenden Wettbewerbs im Slopestyle verwehrt. "Kacke, nee Spaß!", sagte sie zu Platz vier und ergänzte tapfer: "Es war gut, auch wenn es weh tut."

Bis zur letzten Starterin im letzten Run lag die 24-Jährige auf Rang drei, dann schob sich Weltmeisterin Zoi Sadowski Synnott aus Neuseeland noch vorbei auf den zweiten Platz. Gold gewann überraschend Mari Fukada aus Japan, Bronze deren Teamkollegin Kokomo Murase, die zuvor schon Gold im Big Air gewonnen hatte.

Platz vier sei "übelst blöd", bekannte Morgan, ihre Emotionen verbarg sie hinter Helm und Brille. Dennoch sei sie "mega stoked für die Mädels", ergänzte sie im typischen Boarder-Sprech, "die sind so gut gefahren".

Morgan kämpft sich zurück

Mehr als sieben Punkte fehlten ihr letztlich zur ersten Medaille für die deutschen Freestyle-Boarder seit dem Olympiasieg von Nicola Thost in der Halfpipe 1998 in Nagano. Nach zwei starken Runs durch den Parcours im Snow Park von Livigno hatte die ehemalige Eiskunstläuferin noch hoffen dürfen. Im Gegensatz zu Sadowski Synnott, Olympiasiegerin 2022 in Peking, konnte sie im dritten Run aber nicht mehr nachlegen.

Dass die 13. des Big-Air-Wettbewerbs überhaupt in den Medaillenkampf eingreifen konnte, war eine Genugtuung. Nach einem Handbruch war die Tochter einer Deutschen und eines US-Amerikaners verspätet in die Saison gestartet, hatte nur einen einzigen Weltcup bestritten.

"Ich hatte echt viel Spaß und bin stolz drauf, wie hart ich gearbeitet habe", sagte die Frau, die ihren vor einem Monat verstorbenen Hund Cinco als Glücksbringer-Sticker auf dem Board trägt: "Ich habe so gut trainiert wie noch nie, da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, auch für die nächsten vier Jahre."

Dann will der gesamte Verband wieder angreifen, der wie 2022 in China keine Medaille gewann. Die letzten Plaketten hatten 2018 Selina Jörg und Ramona Hofmeister als Zweite und Dritte im Parallel-Riesenslalom gewonnen.