"Mir fehlen fast ein bisschen die Worte", sagte Krause im ZDF: "Ich bin einfach unfassbar dankbar, dass dieser Rennplan heute so aufgegangen ist, dass ich trotz der ganzen Nervosität dann heute im Rennen ganz bei mir war. Ich fühle mich so gut, es macht mir Spaß, es ist mein Leben und ich habe mir irgendwie mein eigenes Lebenswerk damit geschaffen."
Krause hatte bereits 2016 und 2018 im Hindernisrennen gesiegt, zudem holte sie 2012 Bronze und 2021 Silber. Nun krönte sie mit 34 Jahren ihre Karriere – vorerst.
Im Finale bestimmten die Deutschen das Tempo. Meyer ging sehr schnell an, Krause blieb ihr auf den Fersen, das Feld war früh weit auseinandergezogen. Auch Gürth blieb in der Spitzengruppe dabei. Nach gut zwei Kilometern wurde das Rennen vorne etwas langsamer, damit taktischer und schließlich auch dramatisch. Krause hatte aber den mit Abstand besten Spurt.
Zoff bei den Hindernisläuferinnen
Meyer hat nach ihrem Sturz in einem bemerkenswert trotzigen Interview die Krause kritisiert. "Es ist einem ja bewusst: Gesa will keinen Meter was machen", sagte Meyer im ZDF. "Die sitzt das aus und rennt dann hinten raus."
Meyer stürzte auf der letzten Runde kopfüber in den Wassergraben. "Ich behaupte trotzdem, ich bin die beste Hindernisläuferin Europas mit Alice Finot (Silbermedaillengewinnerin, d. Red.), definitiv, einhundert Prozent", sagte sie. "Ich finde, ich hätte die Medaille verdient. Nichtsdestotrotz: So ein Sturz darf nicht passieren, ist dämlich." Bereits bei der WM 2022 war sie in den Wassergraben gestürzt.

"Heute haben die besten Wettkämpferinnen gewonnen", sagte Meyer, und sie blickte voraus auf die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 2028: "Spätestens in LA stehe ich als deutsche Rekordhalterin. Ich gehöre an die Spitze Europas." Noch ist sie mit einer Bestzeit von 9:09,13 Minuten fast sechs Sekunden langsamer als Krause (9:03,30).
Halbwegs versöhnlich sagte Meyer über Krause und Finot: "Die beiden sind wesentlich älter als ich – und haben es auch verdient. Mehr habe ich nicht zu sagen."
