Nach Drama in Peking: Skicrosserin Maier endlich stolz – und heiß auf nächste Medaille

Maier zählt im Skircross zur absoluten Weltspitze
Maier zählt im Skircross zur absoluten WeltspitzeAction Press / Shutterstock Editorial / Profimedia

Nach den Winterspielen 2022 erlebte Daniela Maier eine monatelange Nervenschlacht. Mental gestärkt greift die Skicrosserin nun erneut nach Medaillen.

Den Jahrestag zelebrierte Daniela Maier standesgemäß. "Ich habe die Medaille am Dienstag nochmal herausgeholt", erzählt sie im Rückblick auf die Olympischen Spiele 2022, "und mit Stolz drauf geschaut."

Bis die Skicrosserin dieses Gefühl empfinden konnte, hat es lange gedauert. Denn Maier, die am Freitag in Livigno (12 Uhr, ZDF und Eurosport) erneut nach Edelmetall greift, erlebte nach den Corona-Spielen von Peking eine monatelangen Odyssee – und einen zermürbenden Kampf um Bronze.

Drama um Smith

Als Vierte im Finale war Maier damals, am 17. Februar 2022, ins Ziel gedonnert, knapp hinter der Schweizer Fanny Smith. Nach wenigen Minuten aber wurde Smith disqualifiziert – wegen angeblicher Behinderung von Maier, die plötzlich auf dem Siegertreppchen stand und Bronze umgehängt bekam.

Später wurde die Jury-Entscheidung revidiert, Maier war wieder Vierte. Nach einem Einspruch des Deutschen Skiverbandes (DSV) entschied der Internationale Sportgerichtshof CAS zehn Monate nach dem Rennen letztinstanzlich, dass beide Athletinnen Bronze erhalten.

"Das hat mich sehr, sehr viele Nerven gekostet und mich auch sehr viel zum Nachdenken gebracht", blickt Maier im Gespräch mit dem SID zurück, "ich habe mich viel hinterfragt." Mental war es ein "riesiges Ding", sagt sie: "Man könnte es fast gleichstellen mit einer schweren Verletzung."

Doch Maier, die Anfang März ihren 30. Geburtstag feiert, ist aus der emotionalen Achterbahnfahrt gestärkt hervorgegangen. "Mein Grundfundament ist in mentaler Hinsicht stabiler geworden", erklärt sie. Auf der Piste präsentiert sich Maier derzeit so konstant wie nie zuvor. In der Weltcup-Gesamtwertung steht sie auf Rang zwei, gewann zwei der drei Rennen vor Olympia.

"Wirklich realistische Medaillenchance" am Samstag

Beste Vorzeichen für den Olympiasieg? Gelassen relativiert Maier, dass Top-Favoritinnen wie die dreimalige Einzel-Weltmeisterin und Olympiasiegerin Sandra Näslund aus Schweden vor wichtigen Rennen "ein bisschen auf Sicherheit fahren." Zudem plagt sie selbst in diesen Tagen eine leichte Erkältung.

Im deutschen Skicross-Team ist Maier indes nicht die einzige Medaillenhoffnung. Bei den Männern, die am Samstag (12 Uhr, ARD und Eurosport) dran sind, schielen mit Florian Wilmsmann und Tim Hronek gleich zwei Athleten Richtung Podium. "Wir haben bei beiden Geschlechtern eine wirklich realistische Medaillenchance", sagt auch DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier.