Aus deutscher Sicht interessant: Mit dem SC Magdeburg (Mittwoch/20:45 Uhr gegen Kolstad Handball), den Füchsen Berlin (Donnerstag/18:45 Uhr bei Partizan Belgrad) und Debütant MT Melsungen (Donnerstag/20:45 Uhr gegen Vardar Skopje) gehen diesmal gleich drei Bundesligisten auf die Jagd nach Europas Krone. Vor dem Start beantworten der SID und Flashscore die wichtigsten Fragen.
Was ist neu?
Die MT Melsungen! Für die Nordhessen ist nämlich gleich der Donnerstag ein historischer Abend: Der European-League-Sieger bestreitet das erste Champions-League-Spiel seiner Vereinsgeschichte. Auch sonst ist diesmal eine ganze Menge neu, denn die EHF hat die Königsklasse grundlegend reformiert und das Teilnehmerfeld von 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt.
Statt zwei Achtergruppen gibt es zunächst sechs Vierergruppen, in denen jeder gegen jeden zu Hause und auswärts spielt. Die jeweils besten beiden Teams erreichen die Hauptrunde, die Dritt- und Viertplatzierten wechseln in die European League. Die Gruppenphase endet bereits Ende Oktober.
Wie geht es danach weiter?
Die zwölf verbliebenen Teams werden in der Hauptrunde auf zwei Sechsergruppen verteilt. Dort warten jeweils acht weitere Partien, da die Ergebnisse gegen den bereits bekannten Gegner aus der Vorrunde mitgenommen werden.
Die besten vier Mannschaften jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale. Danach geht es in Hin- und Rückspielen um die vier Tickets für das Final Four am 12. und 13. Juni 2027 in Köln.
Wer sind die Favoriten?
An erster Stelle steht der FC Barcelona. Die Katalanen besiegten im Juni die Füchse im Finale und holten bereits ihren 13. Titel. Dahinter müssen sich die deutschen Schwergewichte aber nicht verstecken. Meister Magdeburg gewann die Champions League 2023 und 2025, Pokalsieger Berlin stand zuletzt zweimal nacheinander im Endspiel.
Auch die Dänen von Aalborg Handball mit DHB-Spielmacher Juri Knorr und das ungarische Spitzenteam von Veszprém gehören zum Kreis der Titelkandidaten. Melsungen als Neuling kann dagegen ohne großen Druck aufspielen. Das erste Ziel lautet Hauptrunde. "Wir glauben fest daran, dass es klappt", sagt MT-Sportvorstand Jesper Larsson.

Auf welche Stars ist zu achten?
Die Königsklasse versammelt wie gewohnt einen Großteil der Weltelite. Allen voran Berlins dreimaligen Welthandballer Mathias Gidsel.
Magdeburg verfügt unter anderem mit Gisli Kristjansson und Magnus Saugstrup über internationale Ausnahmekönner. Bei Melsungen richtet sich der deutsche Blick besonders auf DHB-Kapitän Johannes Golla, bei Aalborg auf Knorr.

Was gibt es zu verdienen?
Auch finanziell hat die EHF draufgelegt. Allein für die sechs Gruppenspiele erhält ein Klub jeweils 10.000 Euro, pro Punkt kommen 5.000 Euro hinzu. In der Hauptrunde bleibt die Spielprämie gleich, die Punktprämie steigt auf 6.250 Euro. Ab dem Viertelfinale wachsen die Summen deutlich.
Für einen Sieg gibt es künftig 15.000 Euro (bislang 14.000), für ein Unentschieden 7.500 Euro (7000). So können die Klubs bis zum Finalturnier im Idealfall 350.000 Euro erspielen, in Köln kommen dann nochmal Mehreinnahmen von bis zu 200.000 Euro hinzu. Für den neuen Königsklassen-Champion sind nach Berechnungen des kicker maximal 850.000 Euro drin. Zum Vergleich: Titelverteidiger Barcelona verdiente zuletzt 638.000 Euro an Preisgeld.
Wo sind die Spiele zu sehen?
Für deutsche Handballfans ändert sich auch hier etwas: Dyn besitzt ab dieser Saison exklusiv die Übertragungsrechte für die Spiele der deutschen Klubs in der Champions League und European League in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Der Streamingdienst zeigt damit sämtliche Partien von Magdeburg, Berlin und Melsungen live und auf Abruf. In der K.o.-Phase der Männer überträgt Dyn unabhängig von deutscher Beteiligung alle Spiele – ebenso das komplette Final Four in Köln.
