Vor drei Jahren war Johan Manzambi nur in den engen Kreisen der Schweizer Nachwuchsförderung bekannt. Heute wird sein Marktwert auf 50 Millionen Euro geschätzt und die größten europäischen Klubs reißen sich um ihn. Inzwischen hat der 20-jährige Genfer einen kometenhaften Aufstieg hingelegt.
Geboren am 14. Oktober 2005 in Genf, ist Manzambi Sohn von Eltern aus Angola und der Demokratischen Republik Kongo. Er wächst in einer multikulturellen Familie auf und entwickelt schon früh eine Leidenschaft für den Fußball, auch wenn sein Weg alles andere als einfach war.
Ursprünglich wollte er Torwart werden, doch sein Vater und sein Bruder überzeugten ihn, sein Potenzial als Feldspieler zu nutzen. Seine ersten Jahre beschreibt er selbst als "einen steinigen Weg": Lange Zeit war er körperlich zu klein und musste eine schwierige Phase durchstehen, in der Genfer Vereine nicht die Geduld hatten, ihn zu fördern.

Über Servette und Freiburg auf die große Bühne
Manzambi wurde bei Servette ausgebildet, bevor er im Januar 2023 ins Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg nach Deutschland wechselte. Zunächst spielte er in der U19, dann in der zweiten Mannschaft, absolvierte in der Saison 2023-2024 zehn Spiele in der 3. Liga und erzielte dabei zwei Tore. Sein Aufstieg verlief so rasant, dass er selbst überrascht war. Den Wechsel nach Freiburg hatte er gewählt, um an einem strukturierten Entwicklungsprogramm in der Bundesliga teilzunehmen – eine Entscheidung, die sich laut ihm selbst "viel schneller ausgezahlt hat als erwartet".
Am 21. August 2024 feierte er sein Profidebüt für die erste Mannschaft bei einem 3:0-Sieg in der Bundesliga gegen Heidenheim. Da war er noch keine 19 Jahre alt. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 12. April 2025 und sicherte seinem Team damit den 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach.
Eine herausragende Saison 2025-2026
Die abgelaufene Saison hat Manzambi endgültig in den Kreis der Topspieler gebracht. Fünf Tore und fünf Vorlagen in der Bundesliga, dazu zwei Tore und zwei Assists in der Europa League – insgesamt sieben Treffer in 47 Pflichtspielen. Starke Zahlen für einen Mittelfeldspieler seines Alters, doch vor allem seine Leistungen in den großen Spielen sorgten für Aufsehen. Im Rückspiel des Europa-League-Halbfinals gegen Braga am 7. Mai 2026 erzielte er das zweite Tor für Freiburg beim 3:1-Sieg, der den Klub ins Finale brachte (Gesamtergebnis 4:3). Anschließend wurde er als bester Nachwuchsspieler des Wettbewerbs ausgezeichnet.
Das Finale gegen Aston Villa in Istanbul endete zwar mit einer deutlichen Niederlage (3:0), doch Manzambi lässt sich von dieser Enttäuschung nicht die Freude über das Erreichte nehmen. "Ich bin stolz auf mich und sehr dankbar für die Unterstützung meiner Mitspieler und des gesamten Freiburger Staffs. Dort habe ich mir seit letztem Jahr meinen Platz in der Nationalmannschaft erarbeitet", sagt er.
Voll integriert in der Nati
In weniger als zwei Jahren hat Manzambi alle Stufen der Schweizer Nationalmannschaft durchlaufen. Über die U18, U19 und U20 wurde er noch vor seinem 20. Geburtstag in die A-Nationalmannschaft berufen. Inzwischen kommt er auf zehn Einsätze und drei Tore für die Nati. Nach Einschätzung des Blue Sport-Experten Blerim Dzemaili ist er im System von Murat Yakin bereits unverzichtbar geworden: "Kann er es sich wirklich leisten, ihn nicht spielen zu lassen?"
Wenig überraschend war sein Name der allererste, den der Schweizer Fußballverband bei der schrittweisen Bekanntgabe des 26er-Kaders für die Weltmeisterschaft veröffentlichte. Ein starkes Zeichen, noch vor dem Anpfiff.
"An einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, ist ein Kindheitstraum. Als mir der Nationaltrainer geschrieben hat, war ich überglücklich und habe die Nachricht sofort mit meiner Familie, meinem Berater und meinen Freunden geteilt", sagt er und kann seine Emotionen kaum verbergen. Nach einer starken Saison in Freiburg, in der er sich als Stammspieler etabliert hat, war die Nominierung durch Murat Yakin nur folgerichtig.
Die Schweiz spielt in Gruppe B zusammen mit Kanada, Bosnien-Herzegowina und Katar. Eine machbare Gruppe, die Manzambi eine große Bühne bieten könnte. PSG und Manchester United gehören zu den interessierten Klubs, doch Freiburg will abwarten, wie sich sein Mittelfeldspieler bei der WM präsentiert, bevor über seine Zukunft entschieden wird.
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Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. In zwölf Gruppen kämpfen zunächst 48 Mannschaften um den Einzug in die erste von erstmals insgesamt fünf K.o.-Runden.
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