Österreichs Frauen-Nationalteam hat den Verbleib in Europas höchster Spielklasse abgesichert. Die Mannschaft von Teamchef Lars Söndergaard musste sich im abschließenden WM-Qualifikationsspiel zwar Norwegen mit 1:2 geschlagen geben, durfte sich nach dem Schlusspfiff aber dennoch über Platz drei in der Gruppe freuen.
Vor dem verregneten Hintergrund in Oslo präsentierte sich Österreich vor allem in der ersten Halbzeit äußerst diszipliniert. Die Gastgeberinnen hatten zwar mehr Ballbesitz, fanden gegen die kompakte Defensive der ÖFB-Auswahl aber lange keine Lösungen.
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Die beste österreichische Möglichkeit vergab Eileen Campbell nach knapp einer halben Stunde, als sie nach einem langen Sprint im letzten Moment am Abschluss gehindert wurde. Kurz vor der Pause hatte auch Julia Hickelsberger die Führung auf dem Fuß, setzte ihren Abschluss nach einer Flanke von Katharina Naschenweng jedoch knapp vorbei.
„In der ersten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe und haben gut verteidigt“, analysierte Söndergaard später. „Wenn wir eine unserer Chancen nutzen, kann das Spiel einen anderen Verlauf nehmen.“
Norwegischer Doppelschlag bringt Österreich ins Hintertreffen
Nach dem Seitenwechsel erwischte Norwegen einen Traumstart. Keine Minute war gespielt, als Thea Bjelde eine Flanke per Kopf zur Führung verwertete. Nur zwei Minuten später erhöhte Starspielerin Caroline Graham Hansen ebenfalls per Kopf auf 2:0.
Doch Österreich zeigte eine Reaktion. Barbara Dunst setzte sich im Strafraum stark durch und verkürzte nur drei Minuten nach dem zweiten Gegentor auf 1:2. Plötzlich war die Partie wieder offen.
Die große Chance auf die Vorentscheidung für Norwegen vereitelte wenig später Mariella El Sherif. Nach einem Handspiel von Dunst entschied die Schiedsrichterin auf Elfmeter, doch die österreichische Torfrau parierte den Strafstoß von Graham Hansen und hielt ihr Team im Spiel.
„Wir haben selbst nach den zwei Toren Moral bewiesen und sind bis zum Schluss drangeblieben“, sagte El Sherif nach der Partie.
Minimalziel erreicht und optimistischer Blick nach vorne
In der Schlussphase kämpfte Österreich um den Ausgleich, während Norwegen auf die Entscheidung drängte. Ein weiterer Treffer der Gastgeberinnen wurde wegen Abseits aberkannt, auf der anderen Seite fehlte der ÖFB-Auswahl die letzte Präzision in den Offensivaktionen.
Am Ende blieb es beim 1:2, doch die Niederlage hatte keine negativen Konsequenzen. Österreich beendet die Gruppe hinter Deutschland und Norwegen auf Rang drei und bleibt damit weiterhin in Liga A, wo die Mannschaft seit Einführung der Nations League 2023 durchgehend vertreten ist.
„Das Wichtigste ist, dass wir unser Minimalziel erreicht haben“, betonte Kapitänin Sarah Puntigam. „Wenn man sieht, dass man als kleines Österreich wieder die Liga A gehalten hat, dann ist das eigentlich ein Wahnsinn. Wir spielen weiterhin gegen die Besten Europas.“
Auch Söndergaard zog nach seinem ersten Lehrgang als Teamchef ein positives Fazit. „Wir haben unser Ziel erreicht und bleiben erneut in Liga A. Damit sind wir selbstverständlich sehr zufrieden und ich blicke positiv in die Zukunft.“
Play-offs als nächster Schritt Richtung WM
Mit Platz drei hat Österreich nun eine günstige Ausgangsposition für die WM-Play-offs im Herbst geschaffen. In der ersten Runde wartet ein Gegner aus Liga C, bevor im weiteren Verlauf das Ticket für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien ausgespielt wird.
„Wir wollten heute etwas mitnehmen, aber unterm Strich hat es trotzdem gereicht“, sagte Julia Hickelsberger. „Wir haben uns als Einheit präsentiert und gemeinsam gefightet. Die Tore sind blöd gefallen, dennoch sind wir positiv, was die Zukunft betrifft.“
Genau diese Zuversicht dürfte nach den ersten beiden Spielen unter Söndergaard die wichtigste Erkenntnis dieses Lehrgangs sein. Österreich hat den Klassenerhalt geschafft – und darf weiter von der ersten WM-Teilnahme der Verbandsgeschichte träumen.
