Das Überraschungsteam: Red Bull Salzburg will nachlegen
Was für ein Einstand. Gleich in der ersten Saison nach der Umbenennung vom FC Bergheim mischten sich die Red Bull Salzburg Frauen unter die etablierte Konkurrenz und das gleich mit einem vierten Platz in der Meistergruppe sowie dem Einzug ins Cup-Finale. Dort verloren die Salzburgerinnen zwar knapp 0:1 gegen die übermächtige Austria, ernteten aber viel Respekt: „Zwar haben wir das Spiel verloren, aber ich bin trotzdem unglaublich stolz auf mein Team. Wie wir gespielt haben, mit welchem Zugang wir ins Match gegangen sind, wie wir die schwierigen Phasen überstanden und wie wir gekämpft haben – das ist schon außergewöhnlich und spricht für unsere Entwicklung", resümierte Trainer Dusan Pavlovic.
Für die neue Saison hat sich einiges getan: Mit Kapitänin Lucia Orkic und Torfrau Michaela Fischer, die im Cup-Finale nach ihrer Roten Karte noch von Feldspielerin Sophia Schirmbrand im Tor vertreten werden musste – verlassen zwei prägende Figuren den Klub. Neuer Rückhalt zwischen den Pfosten ist die 22-jährige Deutsche Valerie Guha, zuletzt an der New Mexico State University aktiv. Dazu stößt mit Sandra Rausch eine Defensiv-Spezialistin aus der St. Pöltner Akademie zum Team, während gleich vier Spielerinnen aus dem eigenen U20-Nachwuchs den Sprung in die Kampfmannschaft schaffen. Die Kapitänsbinde übernimmt nun Katja Wienerroither, die im Cup-Finale noch von der Bank kam. Ihr Fazit vor dem Saisonstart: „Wir sind ein junges Team, da steht die Entwicklung klar im Fokus. Wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen, wird es am Ende der Saison auch gut werden." Nach dem Überraschungscoup der Vorsaison lautet die Frage nun: Kann Salzburg den Umbruch verkraften und trotzdem oben mitmischen?
Ambitioniert nach turbulentem Herbst: First Vienna FC rüstet auf
Während Aufsteiger Rapid schon die Vorfreude auf das „kleine Wiener Derby" zum Auftakt kaum zügeln kann, hat die Vienna selbst einiges zu beweisen. Nach einem laut Kapitänin Claudia Wasser „turbulenten Herbst" fanden die Döblingerinnen im Frühjahr in einen Flow und sicherten sich am Ende souverän Platz eins der Qualifikationsgruppe – Platz fünf in der Gesamttabelle. Nun soll mit neuem Trainer Denny Krcmarek, der auf Mark Dobrounig folgt, der nächste Schritt gelingen.
Der Kader wurde prominent verstärkt: Mit der kroatischen Nationalspielerin Karla Kurkutovic, zuletzt beim polnischen Erstligisten Górnik Łęczna, kommt eine vielseitig einsetzbare Offensivkraft mit Tempo und internationaler Erfahrung. Sportlicher Leiter Mario Graf schwärmt: „Mit Karla gewinnen wir eine Spielerin, die trotz ihres jungen Alters bereits über internationale Erfahrung verfügt und auf hohem Niveau gespielt hat." Dazu bedient sich die Vienna direkt beim Stadtrivalen: Die kroatische U19-Teamspielerin Antea Batarilo wechselt vom Double-Gewinner Austria Wien, wo sie bereits über 30 Bundesligaeinsätze sammelte, auf die Hohe Warte. Wasser gibt die Marschroute vor: „Wenn uns das gelingt, kann vieles möglich sein." Zum Auftakt gegen Rapid soll es jedenfalls schon einmal ein Statement werden.
Kontinuität nach dem Beinahe-Coup: Altach will es diesmal schaffen
Kapitänin Vera Ellgas muss es noch immer wurmen: „Zuletzt war es bitter, wie der Kampf um das Meisterplayoff für uns geendet hat. Wir haben es in den entscheidenden Momenten vergeigt." Nur knapp verpasste der SCR Altach den Sprung in die Top vier und damit ins direkte Meisterrennen – am Ende stand Rang sechs in der Gesamtwertung zu Buche. Immerhin: Die Vorarlbergerinnen setzen konsequent auf Kontinuität. Mit Emilia Purtscher, die sich seit 2022 im zentralen Mittelfeld etabliert hat, und der comebackwilligen Ylleza Kabashi, die nach ihrem Kreuzbandriss kurz nach ihrem Wechsel vom FC St. Gallen die gesamte Vorsaison verpasste, verlängerten gleich zwei wichtige Spielerinnen ihre Verträge.
„Der Auftakt mit drei Auswärtsspielen ist gut für uns, weil wir sehen werden, wo wir stehen", sagt Ellgas, die das Team nun zum zweiten Mal als Kapitänin anführt. Ihre Einschätzung zur Liga insgesamt lässt aufhorchen: „Die Liga ist spannend und eng, gerade die Duelle im Mittelfeld werden auch heuer für Spannung sorgen." Schafft Altach diesmal den Sprung, den man sich im Vorjahr in den entscheidenden Wochen selbst verbaute?
Neuaufbau in der Defensive: LASK profitiert vom Neulengbach-Aus
Der LASK will nach Platz sieben der Vorsaison den nächsten Schritt machen – und hat dafür kräftig investiert, vor allem in der Defensive. Gleich vier neue Spielerinnen sollen für zusätzliche Stabilität sorgen, darunter mit Piia Willimek und Lina Kunz zwei Spielerinnen, die den insolvenzbedingten Zusammenbruch des USV Neulengbach für einen Wechsel nach Linz nutzten. Die 17-jährige Willimek gilt als eines der größten heimischen Defensivtalente ihres Jahrgangs und sammelte zuletzt bei der U19-EM Nationalteam-Erfahrung. „Piia passt perfekt in unsere Kaderplanung", so Sportlicher Leiter Miklos Fejes. Ergänzt wird das Quartett um die Slowakin Sofia Szabová und die rumänische Nationalspielerin Erika Geréd, die mit mehr als 50 Länderspielen internationale Erfahrung mitbringt. Mit Ella Herbst konnten sie kurz vor der Saison von den Stadtrivalinnen Blau-Weiß Linz/Kleinmünchen noch ein vielversprechendes Nachwuchstalent verpflichten.
Sportlich bleibt Kapitänin Siret Räämet das Ziel klar: „Auf dem Platz wollen wir vor allem im letzten Drittel die nächsten Schritte machen und noch mehr Tore erzielen." Die Vorbereitung sei „sehr gut" verlaufen, die Stimmung im Team stimme. Dass der LASK dabei ausgerechnet von der Not eines Konkurrenten profitiert, zeigt: Der Zusammenbruch Neulengbachs hat die Kräfteverhältnisse im Verfolgerfeld spürbar durcheinandergewirbelt.
Neues Wappen, altes Ziel: Blau-Weiß Linz/Kleinmünchen kämpft wieder um den Verbleib
Mit dem Linzer Derby gegen den LASK startet ausgerechnet der Nachbarschaftsklub Blau-Weiß Linz/Union Kleinmünchen in die neue Saison – für Kapitänin Lea Krinzinger ein besonderer Auftakt: „Dass es mit dem Derby gegen den LASK startet, macht den Auftakt natürlich noch spezieller. Ein Derby hat seine eigenen Geschichten."
Vor der Saison hat sich die Spielgemeinschaft auch optisch neu aufgestellt: Mit neuem Ausrüster Erreà und einem gemeinsamen Wappen, das laut Verein „die Farben und Traditionen beider Vereine" vereint, wollen Blau-Weiß Linz und Union Kleinmünchen ihre Zusammenarbeit sichtbar machen. Durch die Anpassung des Logos wollen wir die Zukunft, den FC Blau Weiß Linz, genauso unterstreichen, wie unsere Geschichte und Herkunft mit Union Kleinmünchen", erklärt Krinzinger.
Sportlich bleibt das Ziel unverändert und unbequem vertraut: „Primär ist der Klassenerhalt unser Ziel, das war in den letzten Jahren oft sehr knapp. Ziel wäre es, das heuer etwas früher zu schaffen." Nach Rang acht in der Vorsaison soll diesmal weniger zittern, mehr gestalten auf dem Programm stehen.
Der Kampf ganz unten: Südburgenland/Hartberg zittert erneut
Ganz unten in der Tabelle wird es diese Saison nicht weniger spannend. Die SPG Südburgenland/TSV Hartberg, die ihre Heimspiele mittlerweile in der Thermenarena Stegersbach austrägt, beendete die Vorsaison als Tabellenletzter mit nur sieben Punkten. Dass ausgerechnet der insolvente USV Neulengbach und nicht die Burgenländerinnen die Liga verlassen musste, ändert nichts daran: Sportlich wäre der Klassenerhalt für Südburgenland/Hartberg keine Selbstverständlichkeit gewesen – und wird es auch heuer nicht sein.
Erschwerend kommt hinzu, dass mit Lilla Sipos ausgerechnet die Torschützenkönigin des Aufstiegsjahres 2024/25 den Verein in Richtung Sturm Graz verlassen hat. Kapitänin Vanessa Beiglböck spricht Klartext: „Lilla Sipos zu ersetzen wird natürlich nicht einfach werden, aber wir konnten aus der Vorsaison viel lernen und mitnehmen, kennen das Tempo in der Liga jetzt noch besser." Die vielen Gegentore der Vorbereitung sieht sie als klaren Verbesserungspunkt: „Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass der Klassenerhalt möglich sein kann." Eine vorsichtige Prognose – wohlwissend, dass es in der ADMIRAL Frauen Bundesliga längst nicht mehr reicht, einfach nur dabei zu sein.
