Pinheiro Braathen nach historischem Gold: "Wir haben heute Geschichte geschrieben"

Pinheiro Braathen beschert Brasilien historisches Gold
Pinheiro Braathen beschert Brasilien historisches GoldFabrice COFFRINI / AFP / AFP / Profimedia

Lucas Pinheiro Braathen hat mit seinem Sieg im Riesentorlauf in Bormio für einen historischen Moment gesorgt. Der 25-Jährige gewann souverän vor den Schweizern Marco Odermatt (+0,58) und Loic Meillard (+1,17) und bescherte Brasilien die erste Medaille bei Olympischen Winterspielen. Bester Österreicher war Stefan Brennsteiner als Achter (+2,23) knapp vor Marco Schwarz (+2,28).

Während Österreich auch im dritten Einzelbewerb ohne Edelmetall blieb, feierte Lucas Pinheiro Braathen – Sohn einer Brasilianerin und eines Norwegers – den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Nach seinen Ausfällen 2022 in Peking, damals noch für Norwegen, holte er nun seine erste Olympia-Medaille unter brasilianischer Flagge.

Den Grundstein legte er mit Startnummer eins im ersten Lauf. Mit einer starken Bestzeit distanzierte er die Konkurrenz deutlich. Lediglich Marco Odermatt hielt mit knapp einer Sekunde Rückstand halbwegs Anschluss.

Auch im zweiten Durchgang behielt Pinheiro Braathen die Kontrolle und brachte seinen Vorsprung trotz schwieriger Bedingungen mit Schneefall im oberen und Regen im unteren Streckenteil sicher ins Ziel. Damit ist er erst der zweite Läufer nach Alberto Tomba (1998), der mit Startnummer eins im ersten Lauf Olympiagold im Riesentorlauf gewann.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe so viele Emotionen in mir, ich kann sie gar nicht richtig ausdrücken. Ich bin so stolz und dankbar - meiner Familie, den Freunden und auch Brasilien. Wir haben heute Geschichte geschrieben", war Braathen nach Gold sichtlich gerührt.

Im Finale erhöhte Loic Meillard mit Laufbestzeit den Druck, Odermatt legte noch nach. Doch Pinheiro Braathen blieb ruhig, fuhr kontrolliert und sicherte sich den Sieg ohne volles Risiko.

ÖSV-Athleten ohne Medaillenchance

Für Österreichs besten Riesentorläufer Stefan Brennsteiner erfüllte sich der Traum von einer Großereignis-Medaille nicht. Als Siebenter nach dem ersten Lauf lag er in Schlagdistanz zu Bronze, verlor im Finale jedoch durch einen Fehler wertvolle Zeit. Brennsteiner resümierte enttäuscht: "Ich habe mich eigentlich oben gut gefühlt, aber unten war ich bei ein, zwei Toren etwas schlampig und das hat im Flachen viel Zeit gekostet. Ich habe viel probiert, aber ich bin mit den Besten heute nicht mitgefahren. Das war leider zu wenig."

Auch Marco Schwarz, Raphael Haaser und Patrick Feurstein konnten nach deutlichem Rückstand im ersten Durchgang nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen. Schwarz zeigte nach einem desaströsen ersten Durchgang ("Der war richtig schlecht.") im zweiten Lauf eine Leistungssteigerung, belegte letztlich Rang neun, Feurstein wurde 16., Haaser 19.