Federica Brignone zeigte auf ihrer Heimstrecke eine nahezu fehlerfreie Fahrt und setzte sich in einem Rennen mit vielen Ausfällen und Zeitverlusten der Favoritinnen durch. Für Brignone ist es Olympiagold Nummer eins – und das nach einer langen Leidenszeit, die von einer schweren Verletzung geprägt war.
Brignone schreibt ihre eigene Olympia-Geschichte
"Es ist unglaublich, es ist verrückt, dass ich Gold habe. Ich wollte nur mein Maximum abrufen. Ich war eine Außenseiterin, wollte nicht perfekt sein, sondern nur meine Ski gehen lassen. Ich hatte keine Angst vor einem Fehler. Ich habe das Unmögliche möglich gemacht. Ich hätte nie gedacht, dass ich heute gewinne“, freute sich die 35-jährige Lokalmatadorin. Hinter der Italienerin sicherte sich Romane Miradoli (FRA) mit 0,41 Sekunden Rückstand die Silbermedaille. Cornelia Hütter komplettierte als Dritte das Podest.
Hütter rettet den ÖSV-Tag
Die Steirerin zeigte eine mutige Fahrt und durfte sich über Bronze freuen. Für die 33-Jährige ist es der erste olympische Podestplatz ihrer Karriere – und möglicherweise der wichtigste. "Scheinbar brauche ich bisschen Druck im Leben“, meinte Hütter im ORF-Interview und erinnerte an den Gewinn des Abfahrtsweltcups in der Saison 2023/24: "In Saalbach war es auch schon im allerletzten Rennen mit der Kugel, und jetzt war mein letztes olympisches Rennen. Ich wusste, dass ich all-in gehen muss. Während der Fahrt musste ich kämpfen. Ich habe ein paar Fehler eingebaut und bin sicher nicht überall sauber gefahren – aber wurscht.“ Nach mehreren vierten Plätzen bei Großereignissen gelang ihr damit der langersehnte Durchbruch auf der ganz großen Bühne.

Rädler hauchdünn an zweiter ÖSV-Medaille vorbei
Nach Bronze durch Hütter lag für Österreich sogar eine weitere Medaille in Reichweite. Ariane Rädler zeigte eine starke Leistung und belegte am Ende den bitteren vierten Rang. Der Vorarlbergerin fehlten nur 0,01 Sekunden auf Teamkollegin Hütter. "Aber zum Glück habe ich die Goldene, das macht es leichter“, konnte sich Rädler mit dem Triumph in der Team-Kombination trösten. Mirjam Puchner und Nina Ortlieb sahen die Ziellinie nicht und schieden aus.
Anspruchsvolle Bedingungen fordern Tribut
Die Tofana präsentierte sich technisch extrem fordernd und mit aggressiven Torabständen. Mehrere Läuferinnen verloren im Mittelteil die Linie oder mussten nach Fehlern aufgeben. Am Ende setzte sich jene Athletin durch, die Risiko und Kontrolle am besten vereinte. Andere Mitfavoritinnen wie Sofia Goggia, Emma Aicher oder Ester Ledecka schieden aus, was das hohe Risiko und die Schwierigkeit der Strecke unterstrich.
