"Bin hungrig": Raimund fühlt sich bereit für den Showdown mit Prevc

Philipp Raimund während einer Trainingseinheit
Philipp Raimund während einer TrainingseinheitREUTERS/Kacper Pempel

Überflieger Philipp Raimund plant am Samstag den nächsten Coup. Für Gold muss er aber an Domen Prevc vorbeikommen.

Philipp Raimund blickte nach dem ersten Vorgeschmack auf den Showdown mit Domen Prevc zufrieden zur Anzeigetafel: "1. Prevc, 2. Raimund" war dort in großen Buchstaben nach dem Training zu lesen. "Das Ergebnis würde ich nehmen. Eine Medaille ist eine Medaille", sagte Raimund vor der Olympia-Entscheidung von der Großschanze am Samstag (18:45 Uhr/ZDF und Eurosport) und betonte: "Ich bin hungrig auf mehr."

Fünf Tage nach seinem goldenen Coup vom kleinen Bakken kann Raimund in Predazzo Geschichte schreiben: Zwei Einzelmedaillen bei Olympia holten aus deutscher Sicht bislang nur Jens Weißflog (1984) und Andreas Wellinger (2018) – beide gewannen erst Gold von der kleinen, dann Silber von der großen Schanze. Ein Szenario, das auch Raimund unterschreiben würde.

Raimund hat Lust auf die nächste Medaille
Raimund hat Lust auf die nächste MedailleREUTERS/Stephanie Lecocq

Prevc macht es "sehr, sehr, sehr, sehr gut"

Genug hat er aber noch lange nicht. "Was ich mir vorgenommen hatte für die Olympischen Spiele, habe ich längst erreicht, eigentlich sogar übertrumpft", sagte Raimund nach dem Training am Donnerstag: "Aber wenn man das Level so hoch angehoben hat, will man da auch bleiben. Es sind noch zwei Medaillenchancen, ich habe bei beiden voll Bock."

Um im Einzel oder zwei Tage später im Super-Team erneut Gold zu holen, muss Raimund aber irgendwie an Topfavorit Prevc vorbei. Der Weltmeister aus Slowenien ist auf der Großschanze zurück in seinem Element, im ersten Training flog er auf 143,5 m – gaanze sechseinhalb Meter weiter als sein Kontrahent aus Deutschland. "Er macht es schon sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gut", sagte Raimund.

An einem guten Tag ist Prevc beinahe unschlagbar
An einem guten Tag ist Prevc beinahe unschlagbarREUTERS/Kai Pfaffenbach

Volle Unterstützung der Familie

Vor Ort die Daumen drücken wird dann wieder die Familie. Diesmal ist auch Vater Christian, Trainer des Schweizer Frauen-Teams, qua Amt an der Schanze. Auch Schwester Sina, die Philipps Goldflüge wegen einer Uni-Prüfung im Zug verfolgte und ein Video ihres Jubels auf Instagram teilte, will kommen. Oma Rosemarie fiebert derweil aus Göppingen mit. "Ich bin sehr stolz auf meinen Enkel", hatte die 83-Jährige unter der Woche im lokalen TV-Sender Filstalwelle gesagt.

Historische Gelegenheit

Noch stolzer wäre die "weltbeste Omi", wie Raimund es auf eine Autogrammkarte schrieb, bei einem zweiten Gold. In der Olympia-Geschichte gelang ein Triumph auf der großen Schanze aber erst einmal einem Deutschen – auch hier war es Weißflog, im Jahr 1994. Vor vier Jahren holte Karl Geiger immerhin Bronze.

Das Double mit Siegen auf beiden Schanzen hat noch kein DSV-Adler geschafft, letzter Doppel-Olympiasieger war der Pole Kamil Stoch im Jahr 2014.

Doch mit solchen historischen Vergleichen will sich Raimund gar nicht groß befassen. "Hochmotiviert" sei er, freilich, aber auch eben: "Sehr entspannt."