Weltcup-Dominator Domen Prevc hatte bereits im ersten Durchgang seine Ambitionen unterstrichen und lag in aussichtsreicher Position. Im Finale bewies er dann Nervenstärke und setzte mit seinem Flug ein klares Zeichen. Ren Nikaido, der nach einem 140-Meter-Sprung zur Halbzeit noch in Führung gelegen war, konnte im zweiten Versuch nicht ganz an diese Leistung anschließen und wurde noch abgefangen.
Aus österreichischer Sicht verlief der Bewerb durchwachsen. Jan Hörl zeigte zwei solide Sprünge und arbeitete sich im Klassement nach vorne, für das Podest reichte es jedoch nicht. Stephan Embacher bestätigte mit Rang sieben seine ansprechende Form und sicherte dem ÖSV zumindest ein weiteres Top-Ten-Ergebnis.
Tschofenig und Kraft mit rabenschwarzem Tag
Bitter verlief der Wettkampf hingegen für Daniel Tschofenig. Der Kärntner war nach dem ersten Durchgang zunächst auf Rang acht gelegen. Nachträglich wurde er jedoch disqualifiziert, weil seine Sprungschuhe nicht den Regularien entsprachen – sie waren um vier Millimeter zu lang. „Ich war überrascht. Ich habe im Training einen neuen Schuh verwendet und nicht noch einmal nachgemessen. Das war ein Fehler. Aber Regeln sind Regeln“, erklärte Tschofenig im ORF-Interview selbstkritisch.
Auch für Stefan Kraft endete der Bewerb enttäuschend. Der 32-Jährige fand auf der Großschanze nie zu seinem Rhythmus und verpasste als 37. deutlich den Finaldurchgang – sechs Punkte fehlten auf die Top 30. „Es gibt immer ein erstes Mal. Aber dass ich bei keinem Sprung den K-Punkt erreiche, habe ich noch nie erlebt. Es ist einfach nicht ins Laufen gekommen“, sagte Kraft nach dem Wettkampf.
Damit blieb Österreich auch im Großschanzenbewerb ohne Medaille, während Prevc mit seinem starken Auftritt den Olympiasieg fixierte und sich in Predazzo in die Siegerliste eintrug.
