Trump scheitert an Qualifikanten im Decider, Robertson locker weiter

Judd Trump (l.) im Match gegen Hossein Vafei (r.).
Judd Trump (l.) im Match gegen Hossein Vafei (r.).Nigel French, PA Images / Alamy / Profimedia

Judd Trump muss weiter auf seinen zweiten Weltmeistertitel nach 2019 warten. In einem höchst dramatischen Match dreht Hossein Vafei in der finalen Session auf und siegt mit 13:12 im Decider. Am Nebentisch bringt Neil Robertson seinen Vorsprung locker über die Ziellinie und siegt mit 13:7.

Nachdem sich mit Ronnie O'Sullivan und Mark Selby heute bereits zwei Turnierfavoriten früh aus dem Crucible Theatre verabschieden mussten, endet auch für Judd Trump die Reise im Achtelfinale. Gegen den Qualifikanten Hossein Vafei reichte ihm seine 9:7-Führung aus der zweiten Session nicht, der Iraner gewann im Decider mit einem nervenstarken 91er Break.

Dabei begann der Abend für Trump nach Maß. Mit einer 77 nutzte der Weltranglistenerste eine Chance zum sofortigen Framegewinn. Doch dann geriet sein Motor plötzlich ins Stottern. Vafei antwortete mit einer 53, mit der er zwar nicht sofort den Frame sichert, nach einem Lochfehler von Trump aber dann doch ohne Probleme zum 8:10 verkürzte.

Zum Match-Center: Trump vs. Vafei

Hossein Vafei dreht Rückstand gegen Judd Trump

In der Folge gelang Vafei ein 55er Break, musste nach einer knapp verschossenen Schwarzen aber wieder vom Tisch, bevor der Frame in trockenen Tüchern war. Wieder konnte Trump aber ein Comeback-Versuch nicht abschließen, der Iraner holte sich den Durchgang dank eines starken Doubles bei der finalen Roten und kam so auf 9:10 ran.

Trumps steigende Unsicherheit kam vor der Pause nochmal zum Vorschein. Nach 30 Punkten verschoss er eine Schwarze und musste Vafei den Tisch überlassen, der mit einem 46er Break davonzog. In der Folge lieferten sich die beiden ein Safety-Duell, das Trump zwar gewann, im Endspiel auf die Farben aber eine simple Grüne verschoss. So klaute Vafei einen verlorenen geglaubten Durchgang und glich zum 10:10 aus.

Century Break bringt Decider

Das gab dem Iraner Selbstbewusstsein: Nach dem Midsession Intervall nutzte er seine erste Chance und spielte eine Frame-entscheidende 77 - damit gewann er vier Frames in Folge und führte das erste Mal seit dem 7:6.

Doch Trump gab sich nicht geschlagen, kam mit einer starken langen Roten ins Break - und schaute nicht mehr zurück. Mit einem 76er Break glich er zum 11:11 aus. Im Folgeframe hatte Vafei mehrere Gelegenheiten, ein Miscue auf Braun kam allerdings zum völlig falschen Zeitpunkt. Trump nutzte wenige Stöße später eine Chance konsequent, ein 64er Break brachte ihm das 12:11, Vafeis anschließende Snooker-Versuche endeten nach einer misslungenen Safety auf Gelb schnell.

Mit dem Rücken zur Wand antwortete Vafei mit einem bärenstarken 106er Century Break, bei dem er mehrere kritische Bälle versenkte, bevor er das Break kontrollierte.

Judd Trump verspielt große Chance im Decider

Im Decider spielte Trump einen ausgezeichneten Anstoß, der Vafei in ein Foul trieb, bei dem er Trump snookerte. Trump verzichtete auf einen Free Ball und ließ den Iraner aus der Position weiterspielen - was sich als gute Entscheidung herausstellte: Vafei traf in der Folge zwar eine Rote, ließ aber einen einfachen Einsteiger liegen. Trump machte aus der guten Chance allerdings nur 21 Punkte, ehe er sich auf eine Rote verstellte und kontrolliert ausstieg.

Doch dem Briten unterliefen gleich mehrere Fehler bei Safetys, sodass Vafei einen leichten Einsteiger bekam. Der Iraner zauberte aus dieser Chance ein nervenstarkes Break, bei dem er mit viel Ruhe und Geduld Kugel nach Kugel versenkte und sich keine Blöße gab. Für ein Century Break reichte es zwar nicht, aber das 91er Break brachte ihm den Sieg gegen den Weltranglistenersten Trump. Unter tosendem Applaus war Vafei seine Erleichterung und Freude anzusehen, Trump ließ sich die Enttäuschung nicht anmerken und richtete anerkennende Worte an den Iraner. Im Viertelfinale wartet Wu Yize, der Selby am Nachmittag ebenfalls dramatisch mit 13:11 schlug.

Neil Robertson bezwing Chris Wakelin 

Neil Robertson hatte bei seinem Viertelfinaleinzug deutlich weniger Probleme. Nachdem der Australier in der zweiten Session mit 10:6 davon gezogen war, brachte er das Match gegen Chris Wakelin noch vor dem Midsession Intervall mit 13:7 über die Bühne.

Der erste Frame lief dabei noch gar nicht wie geplant. Beide Spieler leisteten sich Fehler, taktische Duelle prägten das Geschehen. Letztlich baute sich Wakelin ein Polster auf, das ohne Snooker für Robertson nicht mehr erreichbar war. Wakelin verteidigte seine Führung souverän und schnappte sich so den ersten Durchgang des Abends.

Zum Match-Center: Robertson vs. Wakelin

Robertson trifft auf O'Sullivan-Bezwinger John Higgins

Das sollte jedoch sein letzter bleiben. Robertson nutzte im Folgeframe seine erste Chance und konstruierte ein 104er Century Break. Beim Stand von 11:7 reichen dem Australier zwei kleinere Breaks, um den Frame abzusichern.

 Zum Abschluss spielte Robertson ein 82er Break, das den 13:7-Sieg perfekt machte. Im Viertelfinale trifft der "Thunder from Downunder" auf John Higgins, der in einem dramatischen Achtelfinale Ronnie O'Sullivan bezwang.